Museumsbesuche für Demenzkranke in Solothurn

Demenzkranke haben versteckte Ressourcen. Diese sollen durch das Erfinden von Geschichten zu Kunstgemälden aktiviert werden. Das ist das Ziel der Alzheimervereinigung des Kantons Solothurn, welche im Rahmen ihres 20 Jahr-Jubiläums eine besondere Veranstaltungsreihe organisiert.

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Museumsbesuche für Demenzkranke

5:01 min, aus Schweiz aktuell vom 18.6.2015

«Kreaktiv-Kunsterlebnisse voller Fantasie» - so heisst die Veranstaltungsreihe zum Jubiläum der Solothurner Alzheimervereinigung. Demenzkranke sind eingeladen, mit ihren Angehörigen ins Kunstmuseum zu kommen, um über ein Bild zu sinnieren. Bereits zum fünften Mal dabei ist das Ehepaar Dreier.

Isabelle Dreiers Ehemann Hansruedi ist seit 10 Jahren dement. Trotz den Einschränkungen der Krankheit unternimmt sie viel mit ihm und freut sich über das Angebot der Alzheimervereinigung: «Es gibt einem wieder Impulse, wenn andere Tätigkeiten unmöglich geworden sind. Wenn man nicht mehr zusammen jassen oder jokern kann, zum Beispiel.», sagt Isabelle Dreier gegenüber SRF.

Besuche im Kunstmuseum Solothurn sollen den Betroffenen eine Möglichkeit geben, durch das gemeinsame Erlebnis etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen.

Demente blühen auf

In der ruhigen und wohlwollenden Atmosphäre der Veranstaltungen werden den Demenzkranken offene und anregende Fragen gestellt, die Teilnehmer sollen ihrer Fantasie freien Lauf geben. Dies die Idee der Kunsthistorikerin Désirée Antonietti von Steiger, die die Veranstaltung leitet. Sie freut sich jedes Mal auf die neuen Geschichten.

Bei dem sonst sehr ruhigen Hansruedi Dreier fällt ihr auf, dass er «bei jedem Mal, an dem er wiederkam, aufgeblüht ist und so träfe Sprüche gebracht hat. Und sein Lachen. Es ist jedes Mal ein Geschenk für mich, wenn das wieder kommt.» Gerade auch für die Angehörigen ist es eine Wohltat, ihre erkrankten Verwandten wieder einmal in einer positiven Situation sehen zu können.

(Schweiz aktuell, 19:00 Uhr)