Unwetter Region Zofingen Nach Hochwasser: Gemeindeammann von Uerkheim will nicht mehr

Zweimal wurde der Hochwasserschutz der Uerke vom Stimmvolk verworfen. Ein drittes Mal will der Ammann nicht erleben.

Markus Gabriel hat genug von seinem Amt als Gemeindeammann von Uerkheim. Entgegen früherer Ankündigungen will er am 24. September nicht zur Wahl antreten. Er stelle sein Amt per Ende Jahr zur Verfügung, schreibt er in einer Mitteilung vom Freitag.

Der Grund: Das Unwetter von Anfang Juli, das auch die Gemeinde Uerkheim stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Oder besser gesagt: Der Schutz gegen Unwetter, der im Juli nicht vorhanden war.

Das Stimmvolk hat 2015 zum zweiten Mal einen besseren Hochwasserschutz abgelehnt. Es wurde kritisiert, das Projekt sei zu teuer und habe einen zu kleinen Nutzen.

Nun nimmt die Gemeinde Uerkheim einen dritten Anlauf, um die Uerke besser vor Hochwasser zu schützen – und auch gegen dieses neue Projekt gibt es Widerstand.

Neuer Gemeindeammann solls richten

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Grosses Aufräumen nach Unwetter

5:06 min, aus Schweiz aktuell vom 10.7.2017

Er habe 2015 gemahnt: «Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser», so Gabriel. Leider hätten sich diese Befürchtungen nun bestätigt.

Der Gemeindeammann betont, er stehe auch hinter dem neuen Hochwasserschutzprojekt. Er wolle aber nicht ein drittes Mal an der Urne die «Bemühungen zerstört sehen». Es sei daher besser, den Hochwasserschutz einem neuen, unbelasteten Gemeinderat und Gemeindeammann zu überlassen.

«Ich bin das Gesicht des Hochwasserschutzes, der zwei Mal abgelehnt wurde. Ausserdem wäre es peinlich für mich und auch für die Gemeinde, ein drittes Mal zu scheitern», führt Markus Gabriel gegenüber SRF aus. Er sei aber weder frustriert, noch sei sein Entscheid eine Trotzreaktion.

Hochwasserschutz Uerke

Die Stimmberechtigten von Uerkheim hatten das Projekt zuletzt im Oktober 2015 in einer Referendums-abstimmung abgelehnt. Das Projekt mit Brückensanierung sah Kosten von 5,8 Millionen Franken vor. Die Gemeinde mit 1400 Einwohnern im Bezirk Zofingen sollte einen Anteil von 1,51 Millionen Franken bezahlen.