Nach langen Ermittlungen: Strafbefehl gegen Biberister Reisebüro

Der Fall gab im Herbst 2012 zu reden: Ein Reisebüro in Biberist hat Geld für Reisen kassiert, die nie durchgeführt wurden. Rund 400 Meldungen gingen bei der Polizei damals ein. Kurz darauf ging das Reisebüro Konkurs. Nun müssen sich zwei Männer wegen Unterlassung der Buchführung verantworten.

Reisebüro

Bildlegende: Rund 400 Personen wurden damals geschädigt. Damals konnten sie via Formular ihren Schaden der Polizei melden. Colourbox

Die beiden Geschäftsführer des damaligen Reisebüros «Biber Travel» erhalten eine vergleichsweise milde Strafe. Die Solothurner Staatsanwaltschaft verurteilt sie per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe. Sie hätten rund ein Jahr lang keine Geschäftsbücher und keine Buchhaltung geführt.

Das Verfahren wegen Misswirtschaft und Betrugs hingegen wird eingestellt. Diese Verdachtsmomente hätten sich nicht erhärtet, erklärt Cony Zubler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, gegenüber Radio SRF.

Keine betrügerische Absicht

400 geschädigte Kunden, ein Schaden in der Höhe einer halben Million Franken und trotzdem nur bedingte Geldstrafen: Für Aussenstehende eine milde Bestrafung für die beiden Geschäftsführer.

Die Staatsanwaltschaft habe untersucht, inwiefern sich die beiden Schweizer in strafrechtlicher Hinsicht verantworten müssten, so die Mediensprecherin. Für eine Verurteilung wegen Handelns in betrügerischer Absicht seien die Hürden aber hoch.

Vom Schaden hat die Reiseversicherung laut Cony Zubler rund 360'000 Franken übernommen. Die Versicherung und weitere Kunden des Reisebüros können den Fall noch zivilrechtlich weiter ziehen.

Die Strafbefehle und Einstellungsverfügungen sind noch nicht rechtskräftig. Diese können von den beiden Geschäftsführern angefochten werden, auch die geprellten Biber-Travel-Kunden können den Fall vor Gericht ziehen.