Nach Plakat-Debakel: Verfahren gegen EHCO und Stadionverbote

Die Kommission Ordnung und Sicherheit des Eishockeyverbandes SIHF hat ein Verfahren gegen den EHC Olten eröffnet. Dies als Reaktion auf ein geschmackloses Plakat, das beim Samstagsmatch gezeigt wurde. Und: Die beiden Urheber der Plakat-Aktion dürfen längere Zeit kein Stadion mehr betreten.

Szene am Match

Bildlegende: Das Plakat gibt weiterhin zu reden. Nun beschäftigt die Aktion auch den Schweizer Eishockeyverband. Screenshot Tele M1

Im Eishockeyspiel gegen Langenthal am letzten Samstag haben Oltner Fans ein Transparant gezückt, mit der Aufschrift «Wir boxxen euch in den Rollstuhl. Ihr Wixxer». Das Transparent sorgte für Aufsehen und hat nun Konsequenzen - für den Verein wie auch für die Urheber der Plakat-Aktion.

Urheber haben sich gemeldet

Unterdessen ist nämlich bekannt, wer hinter der Aktion steckt. Am späten Montagnachmittag haben sich die beiden Urheber auf der Geschäftsstelle des Oltner Eishockeyclubs gemeldet und das Gespräch mit dem Geschäftsführer gesucht, teilte der EHC Olten mit.

Es handelt sich um einen 16- und einen 20-Jährigen. «Beim Geständnis flossen auch Tränen», erklärte Geschäftsführer Peter Rötheli im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Am Dienstag nun hat die Kommission Ordnung und Sicherheit des Eishockeyverbandes ein Verfahren eröffnet, wegen Verstosses gegen Verhaltensgrundsätze des Reglements Ordnung und Sicherheit. Das teilt der Verband mit.

Stadionverbot - auch für Fussball

Der Verband wird ausserdem zusammen mit dem EHC Olten und dem SC Langenthal ein mehrjähriges gesamtschweizerisches Stadionverbot für die Urheber des Transparentes aussprechen, heisst es.

Das Verbot gilt für alle Spiele des Leistungs- und Amateursportes im Eishockey sowie Fussball. Der Verband verurteile jegliche Gewalt oder den Aufruf dazu, schreibt er in einer Mitteilung. Man wolle eine Nulltoleranzpolitik, heisst es beim Verband auf Anfrage von Radio SRF.

«  Auf unserer Tatbestandsliste fallen pietätlose Spruchbänder ganz klar in den Bereich einer dreijährigen Strafe.  »

Andreas Leuzinger
Sicherheitschef Swiss Icehockey Federation

Der Eishockeyverband zeige gegenüber Gewalttaten, aber auch gegenüber ehrverletzenden oder rassistischen Aktionen eine Nulltoleranz, sagt Andreas Leuzinger, Sicherheitschef beim Schweizer Eishockeyverband, im Interview mit Radio SRF.

Das pietätlose Spruchband im Fall des EHC Olten falle klar in den Bereich einer dreijährigen Strafe, der Höchststrafe, so Leuzinger weiter. Man wolle vom Verband her ein Zeichen setzen, sagt Leuzinger und hält an der Forderung fest.

Hintergrund

Im Frühling 2013 krachte der EHCO-Spieler Ronny Keller nach dem Check eines Langenthal-Spielers mit dem Kopf in die Bande. Seither ist er querschnittgelähmt. Die Behörden stellten fest, es sei ein Unfall gewesen. Für den Langenthal-Spieler hatte der Vorfall keine strafrechtlichen Konsequenzen.

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