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Nachtleben Region Baden Ein Partyleben nach der Kiste?

Nach sieben Jahren ist Schluss. Die Betreiber des Badener Clubs «Kiste» machen ihren Laden Ende Juni dicht. Hintergrund ist ein Streit über längere Öffnungszeiten. Statt bis 4 Uhr sollte der Club am Wochenende neu regelmässig bis 6 Uhr geöffnet sein.

Ein DJ legt auf in der «Kiste»
Legende: SRF

Für Jorin Schmitz und Renato Binder, die beiden Betreiber des Clubs, wären längere Öffnungszeiten aus wirtschaftlicher und persönlicher Sicht wichtig gewesen. Die beiden jungen Männer sagen, sie hätten durch die zwei zusätzlichen Stunden Personal anstellen und sich so auch ein wenig aus dem operativen Geschäft zurückziehen können.

Renato Binder und Jorin Schmitz
Legende: Renato Binder (l.) und Jorin Schmitz, Betreiber der «Kiste». SRF

«Das Nachtleben ist eine anstrengende Sache», sagen die beiden Betreiber. Die Arbeitszeiten sind lang, das Geschäft hart. Neben dem eigentlichen Party-Betrieb an den Wochenenden müsse man sich auch um die Buchung der DJs kümmern, um die Bestellungen für Getränke, um die Einteilung des Personals und die Lohnabrechnungen.

Nach sieben Jahren, in denen sie selber meistens während vieler Parties im Club mitgearbeitet haben und nebenbei die anderen administrativen Arbeiten erledigt haben, hätten sie sich gerne etwas zurückgenommen. «Auf wirtschaftlicher Ebene hätten wir so besser arbeiten können.»

Büro der Kiste
Legende: Auch ein Party-Club braucht ein Büro. Hier werden Events geplant, Getränke bestellt, und Personal eingeteilt. SRF

Aus den längeren Öffnungszeiten wurde nichts. Zwar hiess die Stadt Baden das Gesuch gut, doch dagegen gab es eine Beschwerde beim Kanton. Dieser stellte sich gegen die Stadt und verfügte, dass regelmässige längere Öffnungszeiten in der gemischten Wohnzone – wo sich die Kiste befindet – nicht gehen.

Partyvolk in der «Kiste»
Legende: SRF

Für die Betreiber war dieser Stein im Weg einer zuviel, sie beschlossen, die «Kiste» zu schliessen. «Wenn man noch solche Dinge einstecken muss, dann fehlt die Energie in der Nacht zu leben», sagt Renato Binder dazu. «Der Kanton hat nicht denselben Einblick wie die Stadt und entscheidet relativ kalt aufgrund der Unterlagen», ergänzt Jorin Schmitz.

Dass die Betreiber der Kiste aufhören, sei natürlich schade, findet der Badener Stadtammann Markus Schneider. Jedes Angebot, das wegfalle, fehle in der kulturellen Vielfalt. «Auch das Nachtleben ist Teil der lebendigen Stadt Baden.»

Das Abwägen zwischen den Bedürfnissen junger Partygänger und jener der Innenstadtbewohner werde zunehmend schwieriger, sagt der Badener Stadtammann Markus Schneider. Gegenseitige Rücksichtnahme bringe hier mehr als Restriktionen.

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