«Nati muss sich wieder auf ihre Stärken besinnen»

Der Solothurner Nachwuchstrainer Dany Ryser glaubt weiterhin an einen Erfolg der Schweizer Fussballnationalmannschaft, aber nur, wenn sie gegen Honduras an ihre Leistungsgrenzen geht. 2009 hatte Ryser mit der U17-Nationalmannschaft in Nigeria den Weltmeistertitel gewonnen.

2009 schrieb der Solothurner Nachwuchstrainer Dany Ryser mit der U17-Nationalmannschaft Geschichte: Zum ersten Mal gewann eine Schweizer Auswahl eine Weltmeisterschaft.

Dany Ryser bei einer Medienkonferenz.

Bildlegende: Dany Ryser hat die U-17-Nati zum Weltmeistertitel geführt und kennt Spieler wie Seferovic, Xhaka und Rodríguez sehr gut. Keystone

Drei seiner damaligen Mannschaft spielten letzten Freitag in Brasilien gegen Frankreich: Haris Seferovic, Granit Xhaka und Ricardo Rodríguez. Und alle drei enttäuschten gegen Frankreich, wie die ganze Mannschaft. «Das war ungenügend», sagt Ryser im Interview mit dem Regionaljournal.

Mit offensivem Spiel zum WM-Titel

Rysers taktisches Konzept 2009 war ein offensives. Statt in die Breite zu spielen, verlangte er von seinen Spielern den schnellen Pass in die Tiefe, nach vorn. Gerade dies aber fehlte der Schweizer Mannschaft letzten Freitag. Ryser hofft nun, dass Mannschaft und Trainer die richtigen Konsequenzen aus den letzten zwei Spielen ziehen.

«Noch ist nichts verloren«, sagt Ryser, aber die Mannschaft müsse sich wieder an ihren Stärken orientieren, an einer geschlossenen Mannschaftsleistung. «Wir haben keine Stars», betont Ryser, er habe schon lange davor gewarnt, wie einzelne Spieler in den Medien hochgejubelt worden seien. Allerdings, so schlecht, wie jetzt über die Mannschaft geschrieben und geredet werde, so schlecht sei sie auch wieder nicht. Trotzdem, «wenn wir gegen Honduras nicht gewinnen, verdienen wir es auch nicht, im Turnier zu bleiben».

Trotz Angeboten Nachwuchstrainer geblieben

Während einzelne seiner Spieler von 2009 international Karriere machten, ist Ryser Nachwuchstrainer beim Schweizerischen Fussballverband geblieben. Zwar gab es Angebote, aber der Solothurner liebt die Arbeit mit jungen Spielern und entschied sich darum, beim Verband zu bleiben. Allerdings heisse das nicht, dass er bei einem guten Angebot nicht wechseln würde. «Im Fussball ist immer alles möglich», so Ryser.