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Natur im Aargau Seit 20 Jahren lässt der Aargau die Natur wieder in die Wälder

Grosse Wasser- und Schilfflächen, Frösche und Enten und viel Licht – so sieht es heute aus in weiten Teilen des Gebietes Langholz südlich von Rothrist.

Abgestorbene Bäume im Wasser
Legende: zvg/Kt. AG

Das Langholz ist 20 Hektaren gross. Seit 2010 ist es ein Naturwaldreservat. Ein Drittel der Fläche ist heute sehr feucht oder sogar tatsächlich Wasserfläche. So war es früher schon einmal. Aber der Mensch, angewiesen auf das Holz des Waldes, legte das Langholz trocken und pflanzte Fichten (Rottannen) an. «Das war ein gut erschlossener Wald mit vielen Strassen, ideal für die Holznutzung», sagt Hansruedi Fischer, von 2006 bis 2018 der zuständige Förster im Langholz.

Doch dann kam der Sturm Lothar und fällte praktisch alle Tannen im Gebiet. Der Kanton entschied sich für einen Neuanfang. Der Wald wurde wieder vernässt. Dafür musste zuerst gebaut werden, Dämme und Vertiefungen wurden angelegt.

Damm im Wald
Legende: zvg/Kt. AG

«Das Wasser kam sehr schnell zurück», erinnert sich Förster Hansruedi Fischer. «Die Fichten starben sofort ab, etwas später die Laubbäume. Von Anfang an waren Frösche da. Und auch die Enten kamen. Diese brachten in ihrem Gefieder auch Samen für Schilf mit. Und schwupps, hatten wir Schilf.»

Fischer ist froh, dass man das Langholz renaturiert hat. Reservate einzurichten sei eine gute Sache. Allerdings nicht überall, sondern dort, wo es Sinn mache. Zum Beispiel in Gebieten, wo sich eine Bewirtschaftung des Waldes einfach nicht lohne.

Am liebsten ist der pensionierte Förster im Winter im Langholz unterwegs: «Die abgestorbenen Bäume, das Licht, die absolute Stille – das ist manchmal wie in Sibirien.»

Wasser, Grün und tote Bäume im Langholz
Legende: zvg/Kt. AG

Das Waldreservat Langholz wurde im Rahmen des «Naturschutzprogramms Wald» realisiert. Das Ziel: Im Jahr 2025 sollen 17 Prozent des ganzen Waldes im Aargau (total rund 8500 ha) entweder Naturwaldreservate (keine Bewirtschaftung), Altholzinseln, Spezialreservate (lichte Wälder) oder Eichenwaldreservate sein.

38 Aargauer Naturwaldreservate

38 Aargauer Naturwaldreservate

Im Aargau gibt es zurzeit auf einer Fläche von 3120 Hektare Naturwaldreservate. Dies entspricht rund sieben Prozent des Waldes im Kanton. In diesen Reservaten greift der Mensch nicht aktiv ein. Das heisst etwa, dass Bäume einfach liegen gelassen werden. Hier geht es zur interaktiven Karte, Link öffnet in einem neuen Fenster

Für Ende 2017 zieht die Aargauer Regierung eine positive Bilanz, man sei auf Kurs und werde das Ziel erreichen. Nötig ist dazu aber eine weitere Tranche Geld für die 5. Etappe des Naturschutzprogramms Wald.

Schutzprogramm für den Aargauer Wald

Kategorie
Stand 2017
(Hektare)
Ziel 2025
(Hektare)
Naturwaldreservate:
Wald wird nicht aktiv gepflegt.
3120
3400
Spezialreservate:
Lichte Wälder oder auch Weiher. Der Wald wird speziell gepflegt um den ursprünglichen Zustand zu erreichen.
1100
1470
Eichenwaldreservate:
Wälder mit vielen Eichen. Es
ist genau geregelt, wie viele Bäume gefällt werden dürfen.
3620
3500

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4 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Eine gute Nachricht aus den Wälder im Aargau. Renaturierung tut der Natur gut. Unsere Mitlebewesen brauchen wieder Raum um sich wohl zu fühlen und zum vermehren. Ein ganzer Kreislauf hängt davon ab, wie wir damit umgehen. Immer weniger Insekten, Vögel, Käfer, Amphibien usw. Auch die Pestizide in der Landwirtschaft müssen endlich abgebaut werden, damit die Böden wieder atmen können und die Tiere Futter finden. Helfen wir der Natur wieder zu gesunden und sie erfüllt sie mit Leben.
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  • Kommentar von Peter Käppeli (P. Käppeli,Bern)
    Gute Nachricht, nur sollte der sogenannte Nutzwald auch minimale ökologische Anforderungen erfüllen wie z.B. Totholz, Altholz, Lichtungen, standortgerechte Bäume oder zumindest Mischwald. So werden die Reservate miteinander vernetzt. Es stört mich, wenn nur die 2 Kategorien herrschen: Reservat oder Nutzwald.
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  • Kommentar von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
    Ganz toll! So sollte es überall sein. Wald soll wieder Wald sein und nicht eine Bäume-Monokultur. Wir müssen unbedingt umdenken und wegkommen vom Extremkapitalismus und der Gier. Dass alles zu Geld gemacht werden muss ist genau das was der Welt und am Ende auch der Menschheit am meisten schadet.
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