Aargauer Wirtschaft Neue Aargauer Bank ist trotz weniger Gewinn zufrieden

Die Neue Aargauer Bank zeigt sich zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. 2016 erzielte die NAB zwar weniger Gewinn als im Vorjahr, aber dennoch mehr als im fünfjährigen Durchschnitt. Die tiefen Zinsen drücken im klassischen Bankgeschäft auf die Einnahmen. Dafür laufen andere Geschäfte rund.

Die Neue Aargauer Bank präsentierte am Donnerstag einen Jahresgewinn von rund 128 Millionen Franken. Das ist zwar knapp sieben Prozent weniger als im Vorjahr, dennoch sei man zufrieden, da der Gewinn über dem Durchschitt der letzten fünf Jahre liegt, wie die NAB-Führung am Donnerstag mitteilte.

Banknoten in Koffer.

Bildlegende: Die NAB spricht von einem «guten Ergebnis». Keystone

Der Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft sank um rund 6 Prozent auf knapp 327 Millionen Franken. Der Nettozinserfolg reduzierte sich um etwa 3 Prozent auf 232 Millionen Franken. Das widerspiegle die Belastung durch die tiefen Zinsen, diese drückten auf das Ergebnis, hiess es. Gerade wegen diesen schwierigen Rahmenbedingungen könne man das Ergebnis 2016 aber als Erfolg betrachten.

Optimistisch stimmt die Bank auch der Zufluss an Neugelder: 2016 vertrauten Private und Firmen der Bank Netto-Neugelder von 632 Millionen Franken an. Weil jedoch ein Grosskunde absprang (minus 350 Millionen Franken), beträgt der Netto-Neugeldzufluss unter dem Strich rund 282 Millionen Franken.

Aargauer Immobilienmarkt nicht überhitzt

Besonders erfreut zeigt sich NAB-Direktor Roland Herrmann im Gespräch mit Radio SRF über die Struktur der Neugelder. Diese seien sehr breit gestreut: «Es sind Gelder von Privatkunden und von Private-Banking-Kunden, ganz breit verteilt, ohne grosse Einzelpositionen.» Das sei ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die Zukunft.

Neben dem Zufluss von Neugeldern äusserte sich der NAB-Direktor auch positiv über die Entwicklung auf dem Hypothekarmarkt. Privathypotheken erhöhten sich 2016 um 104 Millionen Franken. Dies entspreche auch einer zenralen Strategie der NAB, sagt der CEO Hermann: «Die Finanzierung von Eigenheimen für die Aargauer Bevölkerung ist ein zentrales Element der NAB-Strategie.»

Die NAB beurteilt den Aargauer Immobilienmarkt weiterhin nicht als überhitzt. Grund dafür seien die Zuwanderung, die tiefen Zinsen und die hohe Standortattraktivität. In einzelnen Regionen des Kantons, zum Beispiel in der Region Aarau, liegen laut NAB jedoch die Leerstände von Mietwohnungen deutlich über dem langjährigen Mittel. Vor allem bei grossvolumigen Renditeobjekten sei hier eine gewisse Vorsicht angezeigt.

Aus diesem Grund verhalte sich die NAB auch zurückhaltend bei Renditefinanzierungen. «Wir machen die Finanzierungen, die wir als gesund und nachhaltig anschauen, von allem anderen lassen wir die Finger», betonte Bankdirektor Roland Herrmann.