Vogelschutz Neue Heimat für Uferschwalben – in lärmigen Kieswerken

Die Vögel werden in der Schweiz immer seltener, Abhilfe schaffen soll ein Projekt von Vogelschützern und Kiesfirmen. Birdlife und der Verband Aargauer Kies- und Betonproduzenten wollen den Uferschwalben in Kiesgruben eine neue Heimat geben. Ihr angestammter Lebensraum wird nämlich immer kleiner.

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Neuer Lebensraum für Uferschwalben

3:12 min, aus Schweiz aktuell vom 11.5.2017

Die Uferschwalbe lebt ursprünglich an Steilufern von Flüssen. Weil die Ufer immer häufiger bebaut oder die Flüsse begradigt werden, wird der Lebensraum der Vögel immer weiter eingeschränkt.

Eine mögliche Lösung: Künstlich angelegte Brutwände in Kiesgruben. Sie sollen nun den Weiterbestand der Vogelart ermöglichen. Das erklärten der Verband Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB) und die Vogelschutzorganisation Birdlife an einer Medienkonferenz in Stetten.

Im dortigen Kieswerk wurde eine Brutwand für die Uferschwalben erstellt. Bereits seit dem Jahr 2011 betreibt der Kiesunternehmer Urlich Müller ein solches Projekt. Er hat einen rund drei Meter hohen Sandhaufen aufgeschüttet. Jedes Jahr brüten darin hunderte Vogelpaare. Die Vögel graben ihre Nistplätze selber in den Sand hinein.

Dass die Brutwand ein solcher Erfolg ist, scheint erstaunlich. Denn die Brutwand befindet sich nur wenige Meter neben der Kiesgrube, wo Bagger und Lastwagen verkehren. Die Vögel stört dies aber nicht, solange sie vor Greifvögeln und anderen natürlichen Feinden geschützt sind, sagt Françoise Schmit von Birdlife.

Weitere Brutwände geplant

Um den Uferschwalben in weiteren Kiesgruben einen neuen Lebensraum zu bieten, spannen der VKB und Birdlife nun zusammen. In den kommenden Jahren sollen in weiteren Kiesabbaustellen solche Brutwände erstellt werden. Die Aargauer Kiesproduzenten unterstützen das Projekt in diesem Jahr mit 10'000 Franken.

Damit die Uferschwalben in einem künstlich angelegten Nistplatz brüten, braucht es gemäss Birdlife zwei Voraussetzungen: Es muss sich ein Fliessgewässer (Fluss) in der Nähe befinden und die Vögel müssen die Brutwand ungehindert anfliegen können.

Wenn die Brutpaare ihre Plätze nach dem Nisten verlassen haben, wird der Sand an der Vorderseite der künstlichen Brutwand abgestochen, damit die Vögel im nächsten Jahr neue Nester bauen können.