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Neue Sport-Arena «Eine Halle nur für Volleyball war lange unser Traum»

Werner Augsburger posiert mit Volleyball
Legende: Der Walliser Werner Augsburger ist Geschäftsführer des Verbands Swiss Volley und selber ehemaliger Spitzenspieler. Keystone

Der TV Schönenwerd, kurz «Schöni», ist der beste Volleyball-Club der Region Aargau-Solothurn. Die Herren spielen erfolgreich in der Nationalliga A. Bislang musste der Club in verschiedenen Hallen in den umliegenden Dörfern und in der nahen Stadt Aarau spielen. Nun bekommt er als erster Volleyball-Club der Schweiz eine eigene Halle.

Am Samstag wird die Betoncoupe-Arena eröffnet. Die fünf Millionen Franken teure Halle wird aber nicht nur das neue Zuhause von Volley Schönenwerd, sondern auch der Nationalmannschaft. Der Verband Swiss Volley richtet hier sein nationales Leistungszentrum ein, wie Geschäftsführer Werner Augsburger erklärt.

SRF: Wie beurteilen Sie als Geschäftsführer von Swiss Volley die neue Halle in Schönenwerd?

Werner Augsburger: Das ist definitiv ein Meilenstein. Das war lange unser Traum, dass es einem Club gelingt, eine Halle zu bauen nur für diesen Sport. Eine Halle, in der es nicht 50'000 Linien hat für Handball, Unihockey, Badminton und und und.

Das ist ein Meilenstein, eine Volleyball-Halle für attraktive Spiele.
Autor: Werner AugsburgerGeschäftsführer Verband Swiss Volley

Diese Halle erlaubt dem Club, wirklich attraktive Spiele zu zeigen. Gerade, wenn wir ein Spiel am Fernsehen oder in einem Livestream zeigen, dann wird hier das Bild nicht getrübt durch die Linien anderer Sportarten, wie es in Schulsporthallen sonst der Fall ist. Das ist ein ganz grosser Vorteil für uns.

Der nationale Volleyballverband war am Projekt massgeblich beteiligt. Wäre diese Halle ohne Ihre Unterstützung gar nicht möglich gewesen?

Wir haben uns dafür eingesetzt, dass ein Beitrag aus dem Nationalen Sportanlagen-Konzept des Bundes fliesst, das waren 900'000 Franken. Im Gegenzug haben wir ein längerfristiges Bekenntnis dazu abgegeben, dass wir diese Halle auch für Länderspiele nutzen wollen, also für Spiele und Trainingslager der Nationalmannschaften und auch für Ausbildungskurse von Trainerinnen und Trainern.

Das heisst, dass man künftig hochkarätige Spiele sehen kann in Schönenwerd?

Das Ziel ist, dass man hier internationale Spiele mit Beteiligung der Nationalmannschaft sehen kann, ja. Das wird allerdings davon abhängen, ob die Halle dann an diesen Daten auch verfügbar ist.

Der europäische Verband macht es nicht immer ganz so einfach, weil man die Daten nicht extrem lange im Voraus kennt. Aber wir haben die Hoffnung und den Willen, dass das eine oder andere Länderspiel in dieser Halle stattfinden wird. Am liebsten schon in diesem Jahr, aber da sind wir noch in Abklärungen.

Sie haben die Halle selber auch schon gesehen. Freuen Sie sich auf die ersten Spiele?

Es ist eine Halle, in der man den Volleyball förmlich riecht. Es ist nicht selbstverständlich, dass es einem Club aus dieser Sportart gelingt, ein solches Projekt mit viel ehrenamtlicher Arbeit und Energie zu realisieren.

Eine Halle, wo man den Volleyball riecht, schmeckt, ich freue mich.
Autor: Werner AugsburgerGeschäftsführer Verband Swiss Volley

Wir kennen das aus dem Fussball oder aus dem Hockey. Da macht eine Liga dann grossen Druck, damit zum Beispiel ein neues Stadion gebaut wird. In diesem Bereich sind die Volleyballer eher zurückhaltend. Insofern verdient die Initiative von Schönenwerd einen ganz grossen Blumenstrauss.

Das Gespräch führte Stefan Brand.