Neue Variante für Sanierung des Weissensteintunnels

Die Befürworter einer Sanierung des Bahntunnels durch den Weissenstein bringen eine neue Variante ins Spiel. Eine Methode, welche die Rhätische Bahn entwickelt hat. Diese käme günstiger als die bestehenden Sanierungspläne und sie böte auch noch andere Vorteile.

Es geht um Emotionen – und um viel Geld: Für eine Sanierung des Weissensteintunnels auf der Bahnlinie Solothurn-Moutier sind Kosten von rund 170 Millionen Franken veranschlagt. Damit könnte man den Tunnel weitere 50 Jahre in Betrieb halten.

Wegen dieser hohen Kosten zweifelt der Bund, der einen Grossteil der Kosten übernehmen müsste, an der Wirtschaftlichkeit. Zur Debatte steht darum auch eine Schliessung der Bahnlinie und eine Umstellung auf Busbetrieb. Hier gehen die Emotionen hoch. Eine ganze Region befürchtet, dann weniger gut mit dem restlichen Kanton verbunden zu sein.

Tunnelfreunde sind erstaunt über Bund

Rhaetische Bahn AG

Bildlegende: Spezialisten der Rhätische Bahn AG (RHB) platzieren ein Betonelement bei der Sanierung des Bündner Glatscherastunnels. https://www.rhb.ch/de/

Das Komittee, das sich für den Erhalt der Bahnlinie und damit für die Sanierung des Tunnels einsetzt, bringt nun eine neue Variante auf den Plan. Die sogenannte «Normalbauweise» ist ein Sanierungskonzept, das von der Rhätischen Bahn (RHB) entwickelt wurde. Laut den Tunnelbefürwortern könnte man mit diesem Konzept auch den Weissenstein sanieren, günstiger und erst noch nachhaltiger.

Das RHB-Konzept ist beim Bundesamt für Verkehr (BAV) zwar bekannt, jedoch hatte sich dieses noch nie überlegt, dass es auch am Weissenstein zur Anwendung kommen könnte. «Wir sind erstaunt, dass das BAV dieses Konzept hier nicht angeschaut hat, denn das BAV kennt die Methode seit 2013», sagt Eduard Belser vom Komittee Pro Weissensteintunnel.

Details der Sanierung später klären

Beim Bund sieht man kein Problem darin, dass die Details einer allfälligen Sanierung noch nicht festgelegt sind. Es gehe nun primär um den politischen Grundsatzentscheid, ob man sanieren will oder nicht.

BAV-Sprecher Andreas Windlinger meint gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF, man könnte neue Varianten später immer noch aufnehmen: «Falls wir hier einen blinden Fleck haben und schlicht die beste Lösung ausgeblendet haben, würden wir diese Variante natürlich neu berücksichtigen.»

Günstiger und nachhaltiger?

Während in den bestehenden Plänen eine Sanierung den Tunnel für die nächsten 50 Jahre fit machen würde, wären es mit der RHB-Variante 70 oder gar 100 Jahre. Dazu könnte der Tunnel während der ganzen Sanierung befahren werden, da die Arbeiten während der Betriebspausen in der Nacht erfolgen können.

Nach Berechnungen der Tunnelbefürworter wäre diese Variante mit rund 157 Millionen Franken auch noch günstiger als die bestehenden Sanierungspläne, die mit rund 170 Millionen Franken zu Buche schlagen.

Die Tunnelbefürworter wollen der neuen Variante nun zum Durchbruch verhelfen. An den öffentlichen Infoveranstaltungen zur Zukunft der Solothurn-Moutier-Bahn werden sie versuchen, der Bevölkerung und der Regierung die RHB-Sanierungsvariante schmackhaft zu machen.