Neues Gesundheitsgesetz: Ausbildungsplatz anbieten oder zahlen

Es droht ein Mangel an Krankenschwestern und Pflegefachpersonen. Die Aargauer Regierung will deshalb die Pflegeinstitutionen dazu bringen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Die Formel ist einfach: Wer keine Ausbildung anbietet, soll zahlen. Bei den Parteien kommt das Programm recht gut an.

Frau bei der Physiotherapie.

Bildlegende: Altersheime und Spitäler müssen Ausbildungsplätze anbieten oder zahlen. Keystone

Für die Aargauer Parteien ist klar: Nachwuchsförderung für Pflegeberufe ist wichtig. Einige Parteien bringen auch noch zusätzliche Ideen, wie das Personalproblem gelöst werden kann. Die CVP möchte zum Beispiel, dass es für Krankenschwestern einfach wird, etwa nach einer Baby-Pause, wieder in den Beruf einzusteigen.

Daneben gibt es jedoch auch Kritik an den Plänen der Regierung. Der Gewerbeverband und die FDP halten das Bonus-Malus-System, welches die Regierung fordert für zu kompliziert. Es bringe zu viel Bürokratie mit sich. Die Regierung möchte, dass es eine Pflicht gibt, Ausbildungsplätze anzubieten.

Gewerkschaft fordert Geld für Lehrstellen

Die Gewerkschaft VPOD will dagegen, dass sich der Kanton finanziell mehr engagiert. Gerade kleine Spitex-Organisation könnten sich Lehrstellen gar nicht leisten. Sie bräuchten deshalb eine Anschubfinanzierung, wie dies auch andere Kantone kennen.

Grundsätzlich sind sich die Akteure einig, man muss etwas machen. Wie genau, dies wird in den kommenden Monaten noch länger zu reden geben. Das Aargauer Kantonsparlament dürfte das neue Gesundheitsgesetz nicht einfach durchwinken.