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Aargau Solothurn Neunjähriges Mädchen muss definitiv zurück nach Mexiko

Ein Vater hat durch alle Instanzen gekämpft. Er wollte verhindern, dass sein Mädchen zurück zu seiner Mutter nach Mexiko muss. Nun haben die höchsten Richter im Land ein abschliessendes Urteil gefällt.

Ein neunjähriges Mädchen muss definitiv zurück zu seiner Mutter nach Mexiko. Das Bundesgericht hat ein entsprechendes Urteil des Aargauer Obergerichts bestätigt.

Seit dem Entscheid der kantonalen Vorinstanz am 29. Juni habe sich an der Ausgangslage nichts geändert, schreibt das Bundesgericht in seinem Entscheid, auf welchen die «Aargauer Zeitung» in einem Bericht vom Montag Bezug nimmt.

Ein Sachverständiger hatte im Auftrag des Obergerichts des Kantons Aargau ein Gutachten zur Reisefähigkeit des Mädchens verfasst. Eine schwere psychische Schädigung hatte er verneint und dem Kind eine für sein Alter hohe Reife attestiert.
Gemäss Gutachten hat sich das Mädchen dahingehend geäussert, dass es sowohl zur Mutter als auch zum Vater Kontakt haben wolle.

Wie der Anwalt des Vaters, Silvio Mayer, auf Anfrage der sda erklärt, haben sich Vater und Tochter seit dem Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juni nochmals treffen können.

Gemeinsame elterliche Sorge

Das Mädchen lebt seit seiner Geburt in Mexiko. Im Oktober 2013 trennten sich die Eltern. Seither kommt gemäss mexikanischem Recht beiden Elternteilen gemeinsam die elterliche Sorge zu. Die Obhut über das Mädchen hat jedoch die in Mexiko lebende Mutter.

Im Juni 2014 hielt sich der Vater mit seiner Tochter in der Schweiz in den Ferien auf. Aus diesen kehrte er mit dem Kind nicht mehr wie mit der Mutter vereinbart zurück. Ein Gesuch der Mutter um Rückführung wies das Aargauer Obergericht im Februar 2015 vorerst ab.

Das Bundesgericht hob diesen Entscheid Ende April auf und ordnete die Rückführung an. Der Vater gelangte darauf erneut ans Obergericht und verlangte, dass die Rückführung wegen einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung des Mädchens zu überprüfen sei.

16 Kommentare

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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Ich verstehe das Urteil nicht. Die Berufsaussichten in Mexiko sind leider sehr schlecht. Und wenn das Mädchen 18 ist, kommtsie deswegen zurück in die Schweiz. Aber ohne Ausbildung und mit mangelden Sprachkenntnissen, muss sie dann entweder eine Ausbildung nachholen oder fällt der Allgemeinheit zur Last.
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    1. Antwort von Laura Kohler, Zürich
      Oder sie bleibt in Mexiko - wie viele tausend andere 18-Jährige Mädchen, die in Mexiko leben und dort auskommen müssen.
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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Armes Maedchen! Eines der unzaehligen Opfer der Familienjuxtiz mit dem Kindeswohl auf den Lippen und der Muettersinekure im Hinterkopf. Wenn die Schweizer Vaeter nicht zu im Zielland horrenden Alimenten verknurrt wuerden, waere die "Sehnsucht" der Muetter viel maessiger. Hoffentlich bleibt die Rundschau dran. Affaire a suivre....
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    1. Antwort von Lukas Zbinden, Stäfa
      Die Zahlung von "horrenden Alimenten" in Mexiko? Fern von jeder Realität. Mexiko ist nicht die Schweiz. Und den Müttern anderer Nationen prinzipiell Geldgier und finanzielle Abzockerei zu unterstellen, finde ich, ehrlich gesagt, eine Frechheit...
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Schweizer, die eine Frau aus einer völlig anderen Kultur und Mentalität heiraten (oder einfach zusammen leben!!) und Kinder aufstellen, sind in den Augen der "Internationalisten", Grenzenabschaffer oder linken Gutmenschen natürlich ganz besonderes "coole Menschen"! Keine Bünzlis, dafür weltoffen und bereit, eine andere Kultur in der Gemischtfamilie zu erleben. Dass aber grosse Probleme entstehen können, vorallem bei den Kindern, zeigen immer wieder viele gravierende Beispiele, wie eben obiges!
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