Niederwil SO: «Wir können nicht wie zu Gotthelfs Zeiten bauern»

Die Bauern auf Veränderungen vorbereiten, das will die Agrarstrategie 2013. Am Mittwoch wurde sie von der Solothurner Regierung und dem kantonalen Bauernverband vorgestellt. Der Gummenhof in Niederwil ist ein Beispiel, wie Bauernfamilien mit Veränderungen umgehen.

Das Ehepaar Susy und Martin Birrer vom Gummenhof.

Bildlegende: Das Ehepaar Susy und Martin Birrer vom Gummenhof. Obst und Direktverkauf sind ihre Spezialitäten. SRF

Das Ehepaar Susy und Martin Birrer baut Obst an und verkauft die Produkte direkt. Schon Martin Birrers Urgrossvater hat den Hof bewirtschaftet. Birrer junior wollte den Hof eigentlich nicht übernehmen. Doch nun hat er ihn umstrukturiert und ist zusammen mit Frau Susy glücklicher Bauer.

Als der Vater von Martin Birrer starb, kam Martin zusammen mit seiner Frau Susy zurück auf den Hof und übernahm ihn. Zuvor habe es aber viele Diskussionen gebraucht, erklärt er. «Schliesslich sagten wir, es wäre schade, wenn es nicht mehr weiter gehen würde. Was genau gehen soll, haben wir damals noch nicht gewusst.»

Schnell war jedoch klar, dass Milchwirtschaft nicht die Zukunft des Gummenhofs ist, denn dafür ist er zu klein. Vieles haben Susy und Martin Birrer ausprobiert. Zum Beispiel haben sie zeitweise auch Gäste auf dem Hof bewirtet.

Unterdessen haben sie sich auf den Obstanbau und den Direktverkauf ab Hof spezialisiert. Martin Birrer hat dazu mehrere Kurse besucht und Unterstützung vom Wallierhof, dem landwirtschaftlichen Bildungszentrum des Kantons Solothurn, erhalten. Susy Birrer ist an ihrer Aufgabe als Bäuerin gewachsen: «Es ist mehr als ein Arbeitstag. Man muss damit leben, sonst funktioniert es nicht.»