Noch professioneller: Operette Beinwil am See rüstet auf

Neben Profis auf der Bühne hat die Theatergesellschaft Beinwil am See nun auch Profis hinter der Bühne angestellt. Und das trotz stetigem Zuschauerrückgang bei den Operetten-Aufführungen. Besonders schwierig sei es, Junge für die Operette zu begeistern.

Verkleidete Männer und Frauen auf der Bühne

Bildlegende: Farbenfroh präsentiert sich die 109. Operetten-Produktion in Beinwil am See. Theatergesellschaft Beinwil am See

Dieses Jahr führt die Theatergesellschaft Beinwil «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss auf. Im Mittelpunkt dieser Oper stehen die schönen Frauen von Venedig. Der Schürzenjäger Herzog Guido von Urbino sucht nämlich eine Frau, die ihm den Aufenthalt in Venedig versüsst. Natürlich sucht er sich dann genau jene Frau aus, die schon vergeben ist. Es beginnt eine Verkleidungs- und Verwechslungskomödie in drei Akten.

Drehbühne und Lichteffekte

Seit dem Sommer probt man in Beinwil für die fast dreistündige Operette. Laien und Profis stehen zusammen auf der Bühne. Doch nicht nur auf der Bühne sind Profis am Werk − auch dahinter. Die Theatergesellschaft Beinwil am See hat nämlich professionelle Lichttechniker sowie Bühnenbilder engagiert. So steht heuer beispielsweise eine Drehbühne im Löwensaal und die Beleuchtung kommt farbenfroher daher als sonst.

Noch aufwändiger ist sie also, die Operette Beinwil am See, obschon sie mit immer weniger Zuschauer klar kommen muss. Dafür gäbe es verschiedene Gründe, sagt Hansrudolf Bürgi, Präsident der Theatergeselleschaft. Heute sei halt das Angebot um einiges grösser als früher, die Leute hätten eine grosse Auswahl. Ausserdem seien gerade junge Leute schwer für Operetten zu begeistern. Für Bürgi ein echtes Problem.

«  Unsere älteren Zuschauer sterben aus, wenn keine Jungen nachkommen. »

Hansrudolf Bürgi
Präsident Theatergesellschaft Beinwil am See

Deshalb müsse man Junge wieder vermehrt anlocken, beispielsweise mit Vergünstigungen. Doch zu billig kann es auch nicht werden, schliesslich müssten die rund 600'000 Franken, die die Operetten-Produktion in diesem Jahr kostet, auch irgendwie bezahlt werden.

Die Theatergesellschaft Beinwil am See habe sich auch schon überlegt, ob sie nicht in eine andere Musikrichtung gehen solle. Das Problem: Die Urheberrechte, beispielsweise von beliebten Musicals, kann sich die Theatergesellschaft Beinwil am See einfach nicht leisten.