Notabfischung: Aargau macht's selten – Solothurn praktisch nie

Wenn die Pegel in den Bächen wie in diesem Sommer teils dramatisch sinken, können Fische mittels einer Notabfischung aus den Bächen geholt werden. Aber nicht immer ist das einfach – und nicht immer der richtige Weg.

Notabfischung

Bildlegende: Notabfischungen macht man elektrisch. Keystone

Soeben erst wurden rund 250 Forellen aus einem Bach bei Unterlunkhofen in der Nähe von Bremgarten herausgefischt, mit einer s ogenannten Notabfischung. Das schreibt der «Wohler Anzeiger» in seiner jüngsten Ausgabe. Es ist bereits das zweite Mal, dass so etwas in diesem Sommer im Aargau vorkommt.

«  Wir machen nur eine Notabfischung, wenn es sein muss. »

Thomas Stucki
Sektion für Jagd und Fischerei, Kanton Aargau

Für die Tiere ist eine Notabfischung ein grosser Stress, sagt Thomas Stucki vom Kanton Aargau. Zudem muss ein Gewässer gefunden werden, dass geeignet ist. Für Forellen beispielsweise wäre die Aare aktuell zu warm, mit ihren teils bis zu 24 Grad. Im Fall von Unterlunkhofen wurden die Fische einfach im oberen Abschnitt des Baches wieder ausgesetzt, wo genügend Wasser vorhanden war, erklärt Stucki.

Der Kanton Solothurn hingegen verzichtet praktisch ganz auf Notabfischungen. Zum einen wegen dem grossen Stress für die Tiere. Zum anderen hat der Kanton aktuell schlichtweg keine geeigneten Gewässer für eine Umsiedlung, erklärt Stefan Gerster vom Solothurner Amt für Wald, Jagd und Fischerei.

Im Kanton Solothurn entscheidet zuerst die Natur

«Die Aare ist zu warm für Forellen», erklärt er. Für die Tiere könnte eine Umsiedlung in dieses Gewässer tödlich sein. Nur wenn die Lage ganz prekär sei, wird über eine Notabfischung nachgedacht, so Gerster. Ausserdem laute die Devise im Kanton Solothurn: In erster Linie entscheidet die Natur, und erst dann der Mensch.