Oberentfelden setzt auf eigenen Sozialdetektiv

Die Gemeinde Oberentfelden kündet die Zusammenarbeit mit dem kantonalen Sozialdienst. Bis anhin hatte dieser, wie für viele andere Gemeinden, auch in Oberentfelden Hausbesuche bei Sozialhilfebezügern durchgeführt und die Verhältnisse kontrolliert. Neu macht das nun eine private Firma.

Detektiv bei der Arbeit

Bildlegende: In Oberentfelden macht neu eine private Firma Jagd auf Sozialbetrüger. Colourbox

Man erteile den Auftrag für die Überprüfung von Sozialhilfebezügern einer privaten Firma aus Aarau, schreibt der Gemeinderat von Oberentfelden in einer Mitteilung vom Dienstag. Es handle sich dabei um «Spezialisten», welche von der Gemeinde beauftragt werden können, sobald der Verdacht auf ungerechtfertigte Leistung auftaucht.

Geld sparen und bessere Kontrolle?

Im Gegensatz zur kantonalen Dienstleistung, die Oberentfelden pro Jahr rund 18'000 Franken kostete, sei der Rahmenvertrag mit der privaten Firma deutlich günstiger. Ausserdem verspricht sich die Gemeinde auch andere Vorteile.

So soll die Kontrollwirkung auch besser werden, erklärt Gemeinderätin Petra Huckele gegenüber Radio SRF: «Der kantonale Sozialdienst prüft alle Leute, sobald sie ein Gesuch einreichen. Neu werden die Leute zu einem unbestimmten späteren Zeitpunkt geprüft, wenn ein konkreter Verdacht auf Missbrauch vorliegt.»

Die neue Kontrollfirma könne auch gezielter Abklärungen treffen, sagt die Gemeindrätin weiter. Sie gehe nicht einfach wie der Kanton unangemeldet bei den Leuten vorbei, sondern könne auch vertiefte «Umfeldrecherchen» starten.

Konkret heisst das: Bei Verdacht auf Missbrauch würde allenfalls auch ein Privatdetektiv eingeschaltet, welcher Sozialhilfebezüger beobachten würde. Diese Leistung bietet der Kanton nicht an.