Olten setzt ein Zeichen für den Sport – Hallenbad ist gerettet

Für das Hallenbad gibt die Stadt Olten künftig jährlich gut 200‘000 Franken aus, für die Eissportanlagen rund eine Million Franken. Entsprechende Beträge hat das Stadtparlament am Donnerstagabend gesprochen. Es gab aber auch kritische Voten.

Eingang Parlament

Bildlegende: Olten investiert ins Hallenbad. Das Parlament hat 200'000 Franken bewilligt. Auch für die Eishalle gibt es Geld. SRF

«Wir müssen den Oltnerinnen und Oltner etwas bieten, damit wegen dem Sparkurs nicht alle aus der Stadt flüchten», erklärte SVP-Gemeinderätin Doris Känzig am Donnerstagabend. Sie setzte sich im Namen der SVP für das Hallenbad ein, und war nicht alleine. Die SP, die Grünen sowie die Hälfte der CVP sprachen sich für das Bad aus.

Parlamentsbesucher

Bildlegende: In grünen Hemden die SLRG-Mitglieder der Sektion Olten, die an der Parlamentssitzung dabei waren. SRF

Das Bad, das sich in der Kantonsschule befindet, gehört dem Kanton und dieser möchte es renovieren. Künftig sollte die Stadt Olten deshalb eine höhere Miete zahlen: Statt rund 160‘000 Franken sollten es künftig gut 200‘000 Franken.

«So komfortabel kommen wir in Olten so schnell nicht mehr zu einem Hallenbad», meinte CVP-Gemeinderätin Heidi Ehrsam und vertrat rund die Hälfte ihrer Partei. Die SP war gänzlich dieser Meinung: «Eine Stadt wie Olten mit einer Zentrumsfunktion braucht ein Hallenbad», meinte die SP-Gemeinderätin Huguette Meyer.

«Nicht erpressen lassen»

Anderer Meinung waren fast alle FDP-Gemeinderäte sowie die andere Hälfte der CVP. Nachdem das Geschäft schon einmal zurück gewiesen worden war, sei es nun in der genau gleichen Form wieder im Rat gelandet, bemängelte Sandra Früh von der FDP-Fraktion. Auch die Verhandlungen mit dem Kanton für einen besseren Preis seien im Leeren verlaufen, man lasse sich vom Kanton «erpressen».

Bei der Schlussabstimmung zum Hallenbad gab es schliesslich keine einzige Gegenstimme. Der Grossteil der FDP sowie einzelne CVP-Politiker enthielten sich der Stimme.

33 Ja-Stimmen sicherten dem Hallenbad den künftigen Fortbetrieb. Gefordert sind nun aber auch die Vereine, die zusätzliche Beiträge versprochen haben, um den Betrieb finanziell zu unterstützen.

«Wir werden künftig doppelt so viel bezahlen, also 6000 Franken», erklärte Sibylle Hufschmid, Präsidentin der Oltner Sektion der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft, nach der Sitzung. Sie sei aber erleichtert über den Entscheid, erklärte sie gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

«Lobbyismus» beim Sparkurs?

Ganz über den Berg ist das Hallenbad aber noch nicht: Es gilt das fakultative Referendum. Und: Es gab auch kritische Stimmen. Von «Lobbyismus» war die Rede, zum Beispiel von FDP-Mann Heinz Eng. Das Parlament spare ohne Plan und «querfeldein». Am Schluss werde dort gespart, wo die schwächste Lobby vorhanden sei.

Ein bisschen gespart wurde am Donnerstagabend auch bei den Eissportanlagen in Olten. Diese werden von der Sportpark Olten AG betrieben, welche für den jährlichen Betrieb eigentlich 750‘000 Franken erhalten sollte. Dieser Betrag wurde um 50‘000 Franken gekürzt, dafür wurden die Subventionen um 50‘000 Franken erhöht.

Stadtrat Marbet zur Eissportanlage: «Wir können nur gewinnen»

Die Anlagen werden – wie auch das Hallenbad – bald saniert. «Das kostet uns – abgesehen vom Betriebsbeitrag – nichts und dafür erhalten wir eine vier Mal grössere Halle. Und nicht mal dafür kostet uns der Betrieb mehr als vorher», argumentierte Baudirektor und Stadtrat Thomas Marbet (SP). Schliesslich sagte auch hier die grosse Mehrheit des Rates Ja. Damit hat Olten am Donnerstagabend ein Zeichen gesetzt für den Sport und die Freizeit, wenn auch nicht ganz ohne Misstöne.