Olten streicht Hammerallee aus der Begegnungszone

Die Oltner Stadtregierung ist zufrieden mit dem 2013 eingeführten Verkehrsregime in der Innenstadt. Die Unfälle sind drastisch zurückgegangen. Trotzdem gibt es jetzt eine Anpassung: In der Hammerallee soll künftig nicht mehr Tempo 20, sondern Tempo 30 gelten.

Hammeralle Olten

Bildlegende: Die Hammerallee soll südlich der Einmündung des Schürmattwegs wieder aus der Begegnungszone herausgenommen werden. zvg

Im Sommer 2013 hat die Oltner Stadtregierung nach Abschluss der Neugestaltung der Kirchgasse in der Oltner Innenstadt eine grossflächige Begegnungszone vom Hammer bis ans Aareufer geschaffen.

Das geschah aber nicht ohne Nebengeräusche: Schon bald tauchten Forderungen nach einer Redimensionierung auf, welche die Regierung jedoch zurückwies. Sie wollte dem neuen Verkehrsregime eine Bewährungsfrist von mindestens einem Jahr geben.

Weniger Unfälle

Nun also, nach einem Jahr, hat die Oltner Stadtregierung die Begegnungszone geprüft - und zieht eine mehrheitlich positive Bilanz. Aus verkehrspolizeilicher Sicht funktioniere die Begegnungszone bestens, sagt Stadtschreiber Markus Dietler zum Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF:

«Tempo 20 in der Begegnungszone hat sich bewährt. Es gab seit der Einführung im Sommer 2013 viel weniger Unfälle. Und die Leute haben sich an des neue Verkehrsregime gewöhnt.»

Von Anfang August 2013 bis Ende September 2014 seien in der Innenstadt lediglich vier Bagatellunfälle ohne Personenschäden registriert worden. Dem standen zuvor von Mitte 2007 bis Mitte 2012 105 Unfälle mit Leichtverletzten, aber auch einzelnen Schwerverletzten gegenüber.

Neu Tempo 30 bei der Hammeralle

Die Stadtregierung setzt daher auf Konstanz und sieht zurzeit keinen Bedarf für einen mit Kosten verbundenen Wechsel. Lediglich an der Hammerallee will die Regierung etwas ändern. Diese soll im Frühling 2015 südlich der Einmündung Schürmattweg wieder aus der Begegnungszone herausgenommen werden.

Fussgängerstreifen und die Zahl 20 vordran

Bildlegende: Tempo 20 hat sich in der Oltner Innenstadt bewährt. Aber nicht überall, sagt die Stadtregierung. SRF

«Man hat auch diskutiert, Tempo 20 an der Ringstrasse, also an der Peripherie der Begegnungszone aufzuheben. Aber das macht im Moment keinen Sinn, da die alte Kantonsstrasse noch umgestaltet wird und wir nicht wissen, wie sich das auf die Innenstadt auswirkt», meint Markus Dietler.

Auch der südliche Amthausquai und die Römerstrasse sollen in der Begegnungszone bleiben, ist doch in deren Verlängerung in wenigen Jahren mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes eine neue Aare-Querung für den Langsamverkehr geplant.

Stadtregierung widerspricht dem Gewerbe

Damit geht die Stadtregierung nicht ganz einig mit dem Verband Gewerbe Olten. Dieser hatte kürzlich bei seinen Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt. Zwar finden die meisten Gewerbler die «verkehrsfreie» Innenstadt eine gute Sache. 86 Prozent sprechen sich allerdings im sogenannten «Ringverkehr» auf der Ringstrasse/Solothurnerstrasse für Tempo 30 aus.

Gerade an der Ringstrasse mit ihren grossen Vorzonen als wichtiger Achse in der Innenstadt ortet die Stadtregierung indessen grosses Potenzial – nicht zuletzt auch für das Gewerbe.