Ortsbürgergemeinde hilft Museum Burghalde und stellt Bedingungen

520'000 Franken verlangen die Stadt Lenzburg und der Stiftungsrat von der Ortsbürgergemeinde. Mit diesem Geld sollen die Sanierung des Museums Burghalde und die Erneuerung der verstaubten Dauerausstellung geplant werden. Die Ortsbürgergemeinde sagt dazu nun Ja, aber nicht zur kompletten Sanierung.

Im Keller ist es feucht, die Wärmedämmung ist ungenügend, das Haus ist nicht behindertengerecht und bietet für die Besucher weder Garderobe noch Bistro. Die Mängelliste des Museums Burghalde ist lang und bekannt. Ebenso vermag die 30 jährige Dauerausstellung kaum mehr Besucher anzuziehen. Nun will die Ortsbürgergemeinde mithelfen, diesen Zustand zu ändern.

Das hat sie am Montagabend an ihrer ausserordentlichen Versammlung beschlossen. Dabei wurde aber auch klar: Die gesamten Kosten für den Umbau des Museums Burghalde und dessen Dauerausstellung will die Ortsbürgergemeinde nicht tragen.

Geld von der Ortsbürgergemeinde?

An der Versammlung wurde ein Projektkredit von 520'000 Franken gesprochen, damit Umbau und Erneuerung des Museums geplant werden können. Das wurde grossmehrheitlich so entschieden. Ebenfalls hat die Versammlung zugesagt, bei der anschliessenden Sanierung mitzuhelfen. Doch mehr als 4,5 Millionen Franken will die Ortsbürgergemeinde nicht zahlen. Dieser Antrag stammte von einem Ortsbürger und wurde von der Versammlung unterstützt.

Alle weiteren Kosten seien von Dritten zu finanzieren, so der Entscheid. Zudem soll das Projekt so angepasst werden, dass die Gesamtinvestitionen nicht höher werden als 6,7 Millionen Franken.

Hin und her im Vorfeld

Die Stadt Lenzburg und der Stiftungsrat des Museums forderten im Vorfeld von der Ortsbürgergemeinde klar und deutlich den erwähnten Projektierungskredit von 520'000 Franken. Die Ortsbürgergemeinde habe genug Geld dafür. Von über 300'000 Franken Überschuss im Jahr war die Rede.

Die Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde reagierte daraufhin und stellte ihrerseits eine Rechnung auf: Sie rechne höchstens mit einer schwarzen Null. Die Betriebskosten des Museums seien in den letzten Jahren gestiegen, argumentierte die Finanzkommission vor der Versammlung, das Geld sei deswegen knapp.

Am Schluss braucht es über 7 Millionen Franken

Für die Sanierung des Gebäudes allein rechnet die Stadt Lenzburg mit Kosten von gut 4 Millionen Franken, für die Erneuerung der Ausstellung ist von rund 3 Millionen Franken die Rede.

Die neue Burghalde bei Sonnenschein und blauem Himmel.

Bildlegende: Das Museum Burghalde in Lenzburg braucht Geld. Zuständig fühlt sich aber niemand. Voyager /Wikimedia Commons

Lenzburgs Stadtpräsident Daniel Mosimann geht gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn davon aus, dass diese insgesamt sieben Millionen Franken von der Ortsbürgergemeinde getragen werden müssen. «Allenfalls gibt es auch Geld aus dem Swisslos Fonds oder eine alternative Finanzierungsvariante», sagte Stadtpräsident Mosimann auf Anfrage.

1985 zog das damalige Heimatmuseum Lenzburg in die Burghalde. 2008 ging das ganze Museum in den Besitz der Ortsbürgergemeinde über. Zuvor gehörte der Ortsbürgergemeinde das Gebäude. Die Sammlung war Eigentum der Stiftung und die Einwohnergemeinde Lenzburg finanzierte den Betrieb des Museums Burghalde.