Pädagogische Hochschule hat grossen (Er-) Klärungsbedarf

Die Leitung der Pädagogischen Hochschule (PH) und Vertreter der Dozierenden müssen beim Fachhochschulrat antraben. Das Aufsichtsorgan will herausfinden, warum an der PH dicke Luft herrscht. Dozierende und PH-Leitung sind uneinig über die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer.

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Bildlegende: Neuer Campus, alte Probleme: Die Pädagogische Hochschule der Nordwestschweiz ist verunsichert. SRF

Die Querelen an der Pädagogischen Hochschule (PH) sind Ursula Renold nicht verborgen geblieben. Sie spricht gegenüber dem Regionaljournal AG SO von einer «Missstimmung». Ursula Renold ist Präsidentin des Fachhochschulrates der Fachhochschule Nordwestschweiz und damit die höchste Aufsichtsperson über die PH.

Sie will der «Missstimmung» auf den Grund gehen. Am 9. Dezember setzt sie sich mit der PH-Leitung, angeführt von Professor Hermann Forneck, und dem Verband der Dozierenden, an der Spitze Rosmarie Gebhard, zusammen. «Mir ist wichtig, dass man sich Zeit nimmt, um herauszufinden, wie so ein Umfrageergebnis zustande kommt», so Renold im Gespräch.

Unautorisierte Mitarbeiterumfrage

Ursula Renold spricht hier eine Umfrage an, die in den letzten Wochten viel Staub aufgewirbelt hat. Umfragen unter Mitarbeitenden sind in Unternehmen nichts Aussergewöhnliches, sondern die Regel. Die Firmenleitung will wissen, wo die Mitarbeiter der Schuhdrückt und verteilt deshalb regelmässig Fragebogen.

Fragebogen kursierten in letzter Zeit auch an der Pädagogischen Hochschule (PH) der Fachhochschule Nordwestschweiz. Aber die Umfrage kam nicht von der PH-Leitung, sondern vom Verband der Dozierende . Das Resultat: Die Arbeitszufriedenheit ist ungenügend, viele Dozenten möchten die PH verlassen. Sie kritisieren, dass zu viel geforscht werde an der PH und dass der Praxisbezug in der Lehre fehle.

Nachdem die schlechten Umfrageresultate öffentlich geworden waren, bot die PH-Leitung die Dozierenden zwischen dem 5. und 13. November zu Versammlungen auf. «In den letzten Tagen stand die PH im Fokus der Medien. Grund dafür war die Veröffentlichung der Resultate einer Mitarbeitendenbefragung des Verbandes der Dozierenden Nordwestschweiz, die weder in Absprache mit den offiziellen Mitwirkungsorganen der PH noch mit der Hochschulleitung durchgeführt wurde. Eine offene Gesprächskultur und der direkte Dialog mit Ihnen sind uns ein Anliegen», heisst es in der Einladung.

PH-Leitung schweigt

Gegenüber den Medien will die PH-Leitung nicht Stellung nehmen zur Kontroverse mit den Dozierenden. Auch zu den Versammlungen in Liestal, Basel, Solothurn und Brugg-Windisch kommentiert die PH nicht. Schliesst sie sich in den Elfenbeinturm ein? Ursula Renold sieht das anders: «Es ist ein laufender Prozess. Wenn sich da die Medien einschalten, kann das den Prozess beeinflussen. Die Beteiligten haben das Recht, die Fragen unter sich zu klären.»

Ursula Renold verspricht, dass die Öffentlichkeit nach dem 9. Dezember erfährt, was die Aussprache zwischen den Dozierenden und der PH-Leitung gebracht hat und wo noch Handlungsbedarf besteht. Dieser könnte recht gross sein. Renold schliesst nämlich nicht aus, dass ganz grundsätzliche Fragen auf den Tisch kommen:

«Wenn Erkenntnisse auftauchen, dass wir an der strategischen Ausrichtung der PH etwas ändern müssen, dann geht das in den Fachhochschulrat, es betrifft die Regierungen der vier Trägerkantone, und das braucht dann viele Diskussionsrunden.»