Palliativ-Station Zofingen: Ein Begleiter am Ende des Lebens

Im September 2014 hat das Spital Zofingen das Kompetenz-Zentrum Palliativ Care Mittelland eröffnet. Es ist die erste Palliativ-Station im Kanton Aargau. Die Station ist noch im Aufbau und hat oft mit einem Missverständnis zu kämpfen, wie ein Besuch vor Ort zeigt.

Das Spital Zofingen hat die Palliativ-Station zusammen mit seinem Mutterhaus, dem Kantonsspital Aarau, aufgebaut. Sie befindet sich im dritten Stock des neuen Pflegezentrums, nicht im Spital selber. Sybille Kathriner, die Leiterin der Palliativpflege, weist gleich zu Beginn des Besuchs von Radio SRF auf ein gängiges Missverständnis hin.

«  Wir sind kein Sterbehospiz. »

Sybille Kathriner
Fachleitung Palliativpflege Spital Zofingen

Auf der Palliativ-Station gehe es darum, unheilbar kranke Menschen körperlich und seelisch soweit zu stabilisieren, dass sie zu Hause im Kreis der Familie oder in einer anderen Institution sterben können. Dafür sorgen verschiedenste Spezialisten: Pfleger, Ärzte, Seelsorger, Kunsttherapeuten, Psychologen, Psychiater, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logotherapeuten, usw.

Die ärztliche Leitung der Palliativ-Station liegt bei Gaby Fuchs. Die meisten Patienten kämen mit Tumoren auf die Station, und es seien nicht nur ältere Menschen. Ihr Leben retten könne man nicht mehr, ihr Leiden lindern aber schon. Dabei gehe es bei Weitem nicht nur um Schmerztherapie.

«  Das Sterben bringt viele Entscheidungen mit sich. Wir helfen dabei, so gut wir können. »

Gaby Fuchs
Leitende Ärztin Palliativstation Spital Zofingen

Viele Patienten hätten auch Probleme mit Übelkeit, Atemnot, Müdigkeit, Verwirrtheitszustände. Auf der Palliativstation versuche man, solche Symtompe zu bekämpfen. Neben der Symptombehandlung unterstütze man die Patienten aber auch in verschiedensten anderen Bereichen, helfe ihnen die vielen Entscheidungen, die das Sterben mit sich bringe, zu treffen.

Wenn die Patienten auf die Medikamente eingestellt und die offenen Fragen geklärt sind, wäre eigentlich der Zeitpunkt, sie nach Hause oder in eine Sterbe-Institution zu überweisen. Tatsache ist jedoch, dass die Hälfte der Patienten auf der Palliativ-Station stirbt, zu schwach und zu krank sind sie, um überführt zu werden.

«  Für diesen Job braucht es nicht nur Fachwissen. Es braucht Empathie, Respekt, eine dicke Haut. »

Sybille Kathriner
Fachleitung Palliativpflege Spital Zofingen

Die Palliativ-Station des Spitals Zofingen hätte eigentlich zwölf Betten zur Verfügung. In Betrieb sind aber lediglich sieben. Die Nachfrage wäre da, das Personal fehlt. Bewerbungen habe man viele, sagt Fachleiterin Sybille Kathriner. Es eigneten sich aber nicht alle für die Arbeit auf der Palliativ-tation. Man sei hier sehr kritisch. Das Ziel sei aber natürlich, in Zukunft alle zwölf Betten zu belegen.

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«Puls vor Ort» zur Palliativmedizin

39 min, aus Puls vom 2.11.2015