«Pausenclown» mit Medaillenambitionen: Carmen Küng

Die Curlerin Carmen Küng aus Feldbrunnen will mit dem Team Mirjam Ott in Sotschi eine Medaille holen. Es muss nicht die goldene sein für sie, aber ihre Teamchefin visiere wohl doch Rang 1 an. Ein «mit etwas Glück» realistisches Ziel.

«Wenn wir schon bei Olympia teilnehmen, dann wollen wir auch gewinnen, sonst könnten wir ja gleich zuhause bleiben», sagt Carmen Küng selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein nährt sich aus dem Wissen um das eigene Können und aus der grossen Erfahrung, die sich im Team vereint.

Für die Leaderin Skip Mirjam Ott ist es bereits die vierte Olympiateilnahme, Carmen Küng hat Ihre Feuertaufe in Vancouver vor vier Jahren abgelegt. Dort verpasste das Team, dem auch noch Carmen Schäfer und Janine Greiner angehören, im kleinen Final die Bronzemedaille und musste sich mit dem enttäuschenden vierten Rang zufrieden geben. Dies, obwohl man sich sehr intensiv auf diese Olympischen Spiele vorbereitet hatte.

Nicht mehr 100 Prozent Curling vor Olympia

Das Curling-Team posiert mit Steinen und Besen auf dem Eis.

Bildlegende: Das Schweizer Team um Skip Miriam Ott (links) mit Carmen Küng (3. von links) hat berechtigte Medaillenhoffnungen. Keystone

Im Unterschied zu damals haben die vier Curlerinnen vor Sotschi auf unbezahlten Urlaub verzichtet und während der gesamten Vorbereitungsphase auch in ihrem Beruf gearbeitet. Ein halbes Jahr nur noch Curling ohne Abwechslung, das sei zu viel gewesen: «Mir ist durch diese Intensität fast ein wenig die Freude auf Olympia verloren gegangen, jetzt aber bin total heiss auf die Spiele», erklärt Carmen Küng die Strategieänderung in der Vorbereitung.

Grossen Wert habe man auf den mentalen Bereich gelegt. Curling auf höchstem Niveau sei zu 80 Prozent Kopfsache, sagt Carmen Küng im Gespräch mit Radio SRF, «aus diesem Grund haben wir im Hinblick auf Sotschi intensiv mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet».

Im Team Mirjam Ott spielt Carmen Küng hinter Janine Greiner (1) und vor Carmen Schäfer (3) die Position «Second», also die Zwei. Das sei eine Art Allrounderposition, vergleichbar mit der Nummer 10 im Fussball. Je nach Spielart, offensiv oder defensiv, gelte es, die Steine entweder aus dem Haus rauszuhauen, oder so zu legen, dass Skip Mirjam Ott die letzten beiden Steine optimal spielen könne.

Krankenschwester und «Pausenclown» im Team

Portrait von Carmen Küng

Bildlegende: Carmen Küng sieht sich selber als «Krankenschwester und Pausenclown» im Schweizer Curling-Team. Keystone

Der Pflegefachfrau kommt aber noch eine andere Rolle im Team zu: die der Krankenschwester und die des Pausenclowns, wie sie es bezeichnet: «Ich bin von Natur aus eine gesellige Person und sorge gerne für gute Laune», lacht Carmen Küng.

Das Team Mirjam Ott gehört an Olympia nicht nur aufgrund seiner Erfahrung und dem vorhandenen technischen Können zum Favoritenkreis auf die Medaillen, auch die Harmonie und der Teamgeist seien intakt – keine Spur von Zickereien oder anderen Störfaktoren. Unter diesen Voraussetzungen müsste die Goldmedaille das unbestritten erklärte Ziel sein, oder? Carmen Küng: «Für Mirjam Ott, die schon zwei silberne Olympiamedaillen besitzt ganz bestimmt, ich selber wäre mit jeder Farbe glücklich.»

Allerdings, so Küng, werde der Sprung in die Medaillenränge kein Selbstläufer. Die Spitze sei im Vergleich zu Vancouver dichter geworden. «Wenn mir heute jemand viel Glück für Sotschi wünscht, dann nehme ich das gerne wörtlich – nebst dem Können, wird es auch viel Glück brauchen».