Pensionskasse Solothurn: 700 Millionen im dümmsten Moment

Die Pensionskasse des Kantons Solothurn konnte letztes Jahr, wie vom Stimmvolk beschlossen, ihr Milliardenloch stopfen. Die 700 Millionen des Kantons kamen aber genau zum ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich als die Nationalbank Negativzinsen auf Bankkonten einführte. Prompt kam die PKSO in Bedrängnis.

Schweizer Banknoten

Bildlegende: 700 Millionen Franken - eine Belastung für die Solothurner Pensionskasse. Keystone

Die Solothurner Pensionskasse PKSO war jahrelang in finanzieller Schieflage, der Deckungsgrad lag auch schon bei tiefen 70 Prozent. Nach einem Volksentscheid konnte die Kasse mit Hilfe der öffentlichen Hand saniert werden. Der Kanton Solothurn schoss 700 Millionen Franken ein um das Loch von über einer Milliarde zu stopfen.

Die erste von vier Tranchen der Zahlung traf allerdings just zu jenem Zeitpunkt auf dem Konto der PKSO ein, als die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufhob und Negativzinsen auf hohe Bankguthaben einführte. Eine Knacknuss für die Pensionskasse: Wohin mit all den Millionen, damit keine Negativzinsen fällig werden?

Sofort investiert, damit kein Geld verloren geht

Die Pensionskasse selber spricht von einer «verzwickten» Situation. Der Zeitpunkt um liquide Mittel in dieser Höhe zu erhalten sei «allles andere als ideal» gewesen.

Praktisch am selben Tag, an welchem die Zahlung eintraf, habe man den Betrag wieder investiert, sagt Reto Bachmann, Direktor der Pensionskasse Kanton Solothurn. Vom Pensionskassengeld der Solothurner Kantonsangestellten, Lehrerinnen und Polizisten sei so nichts verloren gegangen.

Die PKSO realisierte im vergangenen Jahr eine Rendite von 1,22 Prozent. Das sei angesichts der Umstände ein ansehnliches Ergebnis, meint Direktor Bachmann. Der Deckungsgrad liegt seit langem wieder über 100 Prozent, bei 103,2 Prozent.