Platzmangel im Frauenhaus Aargau Solothurn

Ein Blick in den Jahresbericht zum 30-jährigen Bestehen des Frauenhauses Aargau Solothurn zeigt: Auch im vergangenen Jahr gab es viel zu tun.

Symbolbild zum Thema Gewalt an Frauen und «häuslicher Gewalt»: Eine Frau sitzt verletzt neben einem Mann.

Bildlegende: Viele Fälle im Frauenhaus Aargau Solothurn: Wegen der grossen Anzahl Fälle mussten 2013 viele Opfer in andere Häuser. Keystone

2013 feierte das Frauenhaus Aargau Solothurn sein 30-jähriges Bestehen. Wie der Jahresbericht nun zeigt, war es ein Jahr voller Arbeit. «Die Beratung und Betreuung der Opfer häuslicher Gewalt war anspruchsvoll, der Aufwand für die Unterstützung des Stabilisierungsprozesses bei den Klientinnen hoch», schreibt Betriebsleiterin Jael Bueno im Jahresbericht.

Symbolbild zum Thema Gewalt an Frauen und «häuslicher Gewalt»: Eine Frau sitzt verletzt neben einem Mann.

Bildlegende: Viele Fälle im Frauenhaus Aargau Solothurn: Wegen der grossen Anzahl Fälle mussten 2013 viele Opfer in andere Häuser. Keystone

Ein paar Zahlen dazu: 86 Frauen, 93 Kinder und 10 Jugendliche fanden Schutz und Sicherheit im Frauenhaus. Sie blieben im Durchschnitt 30 Tage dort. Die Aufenthaltsdauer ist im Vergleich zu den Vorjahren etwas gestiegen, da es für die Frauen offenbar zunehmend schwierig wird, eine eigene, bezahlbare Wohnung zu finden. Ein Drittel der Frauen sind «Rückfallopfer», sie kamen also nicht zum ersten Mal ins Frauenhaus.

Der Rest, gut zwei Drittel, kamen mit ihren Kindern. Diese Kinder mussten mit ansehen, wie die Mutter von ihrem Partner geschlagen oder misshandelt wurde, oder sie wurden zu einem gewissen Teil selber Opfer von Gewalttaten.

Selbstvertrauen durch Selbstverteidigung

Nebst der eigentlichen Krisenintervention bietet das Frauenhaus seit 2012 auch Selbstverteidigungskurse an. «So können die Klientinnen ihre Kräfte spüren und lernen, Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen», schreibt Bueno dazu im Jahresbericht.

Weiter ist das Frauenhaus Aargau Solothurn daran, für die Kinder eine spezifische, altersgerechte Begleitung aufzubauen. Diese soll ihnen helfen, das Erlebte besser zu verarbeiten.

Im Vergleich zu den Vorjahren war das Frauenhaus Aargau Solothurn 2013 etwa gleich belegt wie in den Jahren zuvor. Das heisst, es gab zu wenig Plätze. 86 Frauen konnten wie erwähnt aufgenommen werden, 48 jedoch mussten an andere Frauenhäuser weitergewiesen werden.