Politik-Verdrossenheit «Politmärt Wohlen»: Politiker waren (fast) unter sich

Haben die Wohler nach der Dubler-Affäre die Nase voll von Politik? Es scheint fast so. Nur sehr wenige fanden am Samstag den Weg an den «Politmärt». Etwas Positives hatte der ungewöhnliche Anlass aber doch.

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Bildlegende: Mit einem «Politmärt» gingen die Wohler Parteien einen neuen Weg, um Leute für die Politik zu gewinnen. zvg

Rüebli oder Äpfel suchte man vergebens. Auch Birnen gab es an den Marktständen im Chappelehof-Saal in Wohlen am Samstag nicht zu kaufen. Stattdessen konnte man gratis ein Gespräch über Politik führen.

Die Parteien hatten zum «Politmärt Wohlen» geladen. Ob SVP oder CVP: Jede Partei war mit einem Marktstand präsent. Das Ziel: Menschen für die Gemeindepolitik gewinnen. Oder zumindest dafür sorgen, dass sie sich dafür interessieren.

Es kamen vor allem Freunde

Der «Politmärt» war mal etwas Neues im Kampf gegen die Politikverdrossenheit, die sich in vielen Gemeinden breit macht. Funktioniert hat er aber nicht wirklich, gibt Organisatorin Anna Keller (Grüne) auf Anfrage zu. Nur etwa 30 Leute verirrten sich an die Marktstände – viele davon waren Nachbarn oder Freunde der anwesenden Politiker.

Das Problem sei nicht nur die Politikverdrossenheit, meint Anna Keller, sondern die riesige Auswahl an Möglichkeiten, die sich den Menschen heute bietet: «Man kann sich berieseln lassen, oder aktiv in einem Theater- oder Sportverein mitmachen: Die Palette der Möglichkeiten ist riesengross, da ist die Politik nur eins von vielen.»

Parteien kommen sich näher

Trotz geringem Besucher-Interesse hatte der «Politmärt» laut Organisatorin Keller auch etwas Positives: Für die Stimmung unter den Parteien sei der Anlass sehr gut gewesen.

Alle Parteien zogen für einmal am gleichen Strick. «Das ist schon einmal ein toller Anfang», meint die Einwohnerrätin im Hinblick auf die künftige konstruktive Zusammenarbeit der Politiker in Wohlen.