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Aargau Solothurn Pop- und Rockmusik in reformierten Aargauer Gotteshäusern

Die Reformierte Landeskirche des Kantons Aargau will mit der Zeit gehen: Neben der klassischen Kirchenmusik sollen künftig auch Popmusik oder Ländler Einzug halten. Die Synode hat dafür einen Projektbeitrag von 180'000 Franken gesprochen.

Kirchengesangbücher in einer Kirche
Legende: Einige Melodien im Kirchengesangbuch machen «depressiv»: Nun sollen aktuellere Texte und Melodien in den Gottesdienst. Keystone

«Es gibt Leute, die mir sagen: Wenn ich bestimmte Lieder aus dem Kirchengesangsbuch höre, dann werde ich depressiv.» Das erzählt Jürg Hochuli von der Reformierten Landeskirche Aargau. Hochuli «gibt zu», dass es solche Lieder gebe. An den «bewährten und wunderschönen» Melodien wolle man auch in Zukunft aber festhalten.

Ziel: «Aktuellere» Gottesdienste

Daneben sollen aber auch neue Musikrichtungen im Gottesdienst Einzug halten. «Jazz, Rock, Pop, Gospel, Ländlermusik und Musik aus aller Welt» solle gefördert werden, heisst es dazu in einer Medienmitteilung der Landeskirche. Dafür hat die Synode – das Kirchenparlament – am Mittwoch einen Projektbeitrag von 180'000 Franken gesprochen. Das Geld wird in den nächsten drei Jahren für verschiedene Projekte eingesetzt.

Man wolle «besondere Musikangebote über die Kirchgemeindegrenzen hinaus vernetzen und bewerben», heisst es in der Mitteilung weiter. Projektleiter wird der Aargauer Musiker Dieter Wagner. Für Jürg Hochuli geht es darum, die Gottesdienste «aktueller und gluschtiger» zu machen. Hochuli bestreitet gleichzeitig den Vorwurf, man wehre sich mit dieser Massnahme gegen die Konkurrenz der Freikirchen, welche zum Teil stark mit modernen Kulturformen spielen.

Weitere Projekte mit Vorbehalt

Legende: Video «Freikirchen in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 29:00 Minuten.
Aus SRF mySchool vom 30.04.2012.

Die Synode hat an ihrer Sitzung vom Mittwoch zwei weitere Projekte genehmigt: Die Kirchgemeinden werden künftig im Bereich Personalmanagement stärker unterstützt, dafür wurden 240'000 Franken gesprochen. Für das Projekt «Gemeindeentwicklung» gibt es sogar 450'000 Franken. Kirchgemeinden sollen künftig enger zusammenarbeiten, regionale Schwerpunkte bilden sowie «neue zielgruppenorientierte Angebote» entwickeln.

Umstritten war dabei die sehr offene Formulierung der Projektziele, deshalb will die Synode bereits nach einem Jahr einen Zwischenbericht vom Kirchenrat und hat das Budget vorerst nur für das erste Jahr bewilligt.

Kirchenaustritt wird einfacher

Die Synode hat eine Regelung abgeschafft, wonach Kirchenaustritte zwingend per eingeschriebenem Brief mitgeteilt werden müssen. Diese Regelung habe die Leute nur «unnötig verärgert». Künftig reicht ein normaler Brief an die Kirchenpflege aus, wenn man seine Mitgliedschaft kündigen will.

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