Pro Natura kauft in Villnachern teures Bauland

Pro Natura Aargau greift in die Raumplanung ein. Die Naturschutzorganisation hat ein Stück Bauland in der Gemeinde Villnachern gekauft. Damit will sie «ein Zeichen setzen gegen die Zersiedlung und für eine neue Raumplanung».

Bildmontage mit Geld im Vordergrund und Villnachern im Hintergrund.

Bildlegende: Fast 40‘000 Franken zahlt Pro Natura für Bauland in Villnachern. ZVG/Colourbox/Montage SRF

115'000 Franken kostet die Parzelle. Sie hat ungefähr die Grösse eines Tennisplatzes und liegt nahe des Naturschutzgebietes Schihalde in Villnachern. «Wir wollen verhindern, dass dort ein Haus gebaut wird», sagt Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Die Idee, das Bauland zu kaufen, kam von zwei Nachbarn der Parzelle. Pro Natura und die Nachbarn teilten das teure Bauland in drei Teilflächen auf. Dadurch wurde der Betrag für jede Partei erschwinglich. Laut Jenny hat die Naturschutzorganisation für ihren Anteil der Kosten Spender gewinnen können.

Gemeinde bedauert Verlust des Baulandes

Bei der Gemeinde Villnachern reagiert man wenig erfreut auf das Vorpreschen von Pro Natura. Es sei ein zweischneidiges Schwert, sagt der zuständige Gemeinderat Donat Gubler auf Anfrage. Auf der einen Seite sei der Schutz der Natur natürlich eine gute Sache.

Auf der anderen Seite aber schiebe das neue Raumplanungsgesetz der Zersiedelung sowieso einen Riegel. «Kleine Gemeinden wie Villnachern können gar nicht mehr neue Gebiete für Bauland einzonen». Deshalb sei es schade, dass die Parzelle «verloren» gehe.

Kanton stellt Bedingung

Beim Kanton Aargau steht man dem Kauf des Baulandes grundsätzlich neutral gegenüber. «Wir haben kein Problem damit, solange diese Parzelle ausgezont wird», sagt Jörg Hartmann von der Abteilung Raumentwicklung gegenüber dem Regionaljournal. Wenn die Gemeinde Villnachern die Parzelle auszone, könne sie an einem anderen Ort eine neue Parzelle einzonen.

«Wenn diese Parzelle blockiert ist, aber Bauzone bleibt, macht dies keinen Sinn», so Hartmann weiter. Dies sei auch nicht im Sinne des neuen Raumplanungsgesetzes. Aus übergeordneter Sicht sei klar, dass Bauzonen überbaut werden sollen.