Pro Senectute dominiert Informationsstellen für Senioren

Die regionale Informationsstelle Alter der Region Aarau wird Ende Juni geschlossen. Zu wenig Senioren und Seniorinnen haben das Angebot genutzt. Den Gemeinden wurde der Aufwand zu viel. Neu übernimmt die Stiftung Pro Senectute die Aufgaben. Wie auch im Rest des Kantons.

Fünf Senioren sitzen auf einer Bank an einem Gewässer.

Bildlegende: Seniorinnen und Senioren haben im Aargau einen gesetzlichen Anspruch auf eine Anlaufstelle der Gemeinde. Keystone

Die regionale Informationsstelle Alter in Aarau war viele Jahre lang Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren aus der Region Aarau. Sie hat ältere Menschen beraten und diese bei Bedarf an die richtigen Stellen weitervermittelt. Ende Juni wird sie nun geschlossen.

Zu wenig Besucher

Es hätten zu wenige Seniorinnen und Senioren Gebrauch gemacht von diesem Angebot der Stadt Aarau und der umliegenden Gemeinden Buchs, Suhr, Erlinsbach, Gränichen, Ober- und Unterentfelden sowie Densbüren. Das Angebot wurde den Gemeinden zu teuer, der Verbund wird nun aufgelöst.

Alle Gemeinden müssen eine neue Lösung finden. Die Stadt Aarau hat sich für eine Leistungsvereinbarung mit der Stiftung Pro Senectute entschieden, welche ab Sommer die Anlauf- und Beratungsfunktion übernimmt. Das Angebot bleibe damit gleich, verursache aber weniger Kosten für die Stadt, heisst es bei der zuständigen Aarauer Stadträtin auf Anfrage von Radio SRF.

Informationsstellen für Senioren obligatorisch

Fahrzeug des Pro Senectute-Mahlzeitendienstes in Zürich

Bildlegende: Die Stiftung Pro Senectute erfüllt viele Aufgaben für ältere Menschen: Im Aargau betreut sie die meisten Anlaufstellen. Keystone

Seit der Revision des kantonalen Pflegegesetzes 2007 sind die Gemeinden für regionale Anlauf- und Beratungsstellen für das Alter zuständig. Der Kanton schreibt das Angebot also vor. Allerdings: Das Beispiel Aarau zeigt, dass die eigenständige Führung eines solchen Büros sehr aufwändig ist für die Kommunen.

Im Kanton Aargau hat sich ein Grossteil der Gemeinden deshalb für eine Leistungsvereinbarung mit Pro Senectute entschieden. Auch in Aarau geht man davon aus, dass sich die meisten Gemeinden aus dem Verbund für Pro Senectute entscheiden werden.

Ausnahme: Wettingen

Einzig Wettingen führt eine eigene Fachstelle. Auf Anfrage heisst es bei der Gemeinde, man wolle daran auch festhalten. Denn die Fachstelle sei schon sehr lange in Betrieb und auf die Bedürfnisse der grossen Gemeinde abgestimmt.

Allerdings: Auch in Wettingen arbeitet die Fachstelle fallweise mit Pro Senectute zusammen. Die Stiftung ist in Sachen «Anlaufstelle für Altersfragen» also klare «Marktführerin». Im Auftrag der Gemeinden und des Gesetzes.