Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn Probebohrungen am Bözberg in Effingen brauchen Spezialbewilligung

Der Kanton Aargau verliert vor Bundesgericht: Das Gericht gibt einem Anwohner Recht, der sich gegen die Probebohrungen in Effingen wehrt. Es brauche in diesem Gebiet eine raumplanerische Ausnahmebewilligung, sagen die Richter in Lausanne. Denn: Das Gebiet ist besonders schützenswert.

Der Kanton Aargau benötigt eine raumplanerische Ausnahmebewilligung, um in der Gemeinde Effingen Probebohrung für die Planung des Gesteinsabbaus durchführen zu können. Das Bundesgericht hat der Besitzerin eines Nachbargrundstücks der Bohrstelle Recht gegeben.

 Im Hinblick auf die langfristige Planung des Gesteinsabbaus will der Kanton Aargau an mehreren Orten Probebohrungen vornehmen. Damit soll das Kalk- und Mergelvorkommen, das zur Zementproduktion benötigt wird, untersucht werden. Betroffen ist auch die Gemeinde Effingen, wo die Bohrung in einem Wald durchgeführt werden soll.

Probebohrung in schützenswerter Landschaft

Luftaufnahme der Gemeinde Effingen
Legende: Effingen liegt in einem Gebiet von nationalem Interesse, sagt das Bundesgericht. Hier darf man nicht einfach bohren. Keystone

Die Aargauer Behörden erteilten 2007 die gewässerschutzrechtliche Bewilligung für die bis in 100 Meter Tiefe reichende Bohrung. Eine Pflicht zum Einholen einer Bau- und einer Rodungsbewilligung wurde verneint. Zu Unrecht, wie nun das Bundesgericht entschieden hat.

 Laut den Richtern in Lausanne liegt die fragliche Bohrstelle ausserhalb der Bauzone im Perimeter des Aargauer Tafeljura, der als Objekt im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist. Zudem liege der Platz in einem besonders gefährdeten Gewässerschutzbereich.

Angesichts dieses Standorts seien die negativen Auswirkungen auf die Umgebung als so erheblich einzustufen, dass das Vorhaben einer raumplanungsrechtlichen Ausnahmebewilligung bedürfe. Erforderlich sei überdies eine Ausnahmebewilligung für die nachteilige Benutzung des Waldes sowie eine solche zum Befahren der Waldstrassen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Blattner, Zeihen AG
    Wieso muss immer der Aargau nachgeben, es gibt noch andere Gebiete am Tafeljura. Wir haben 3 AKWs und sollten auch noch für deren Abfall verantwortlich sein, obwohl wir nicht Alleinbenützer dieses Stroms sind. Die vor einem Jahr durchgeführten seismographische Messungen waren so stark, dass es bei diversen Bauten Risse gab. Wir wurden nicht gefragt ob wir Risse wollen. Nein!!! es ist genug, wir wollen künftig keine Messungen oder Bohrungen mehr, wir werden dafür ja nicht entschädigt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen