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Produktionsstandort Schweiz Rockwell will in Aarau Stellen streichen

Der amerikanische Industriekonzern will den Produktionsstandort Aarau restrukturieren und Arbeitsplätze ins Ausland verschieben. Gewerkschaften sind empört.

Firmengebäude in Aarau
Legende: Am Rockwell-Sitz in Aarau werden unter anderem Komponenten für Elektro-Schaltkästen für Industriebetriebe gebaut. Maurice Velati/SRF

Rockwell Automation plant offenbar einen grossen Stellenabbau in Aarau. Die Gewerkschaft «Angestellte Schweiz» spricht von 250 Stellen, welche in den nächsten Jahren wegfallen. Entlassungen soll es ab 2018 geben, der grösste Teil der Stellen werde wohl 2019 verschwinden, so die Gewerkschaft in einer Mitteilung vom Dienstag.

Bereits in den vergangenen Jahren habe die Firma schleichend Stellen abgebaut am Schweizer Hauptsitz der Firma in Aarau. Rockwell beschäftigt rund 500 Angestellte in der Schweiz, den grössten Teil davon in Aarau in der Produktion.

Roger Hunziker von Rockwell Automation Schweiz bestätigte auf Anfrage von SRF, dass Rockwell eine «Änderung der Produktionsstrategie» kommuniziert habe, an Mitarbeitende und an Behörden. «Das bedeutet, dass wir eine schrittweise Verlagerung der Produktion haben von Aarau an andere Produktionsstandorte von Rockwell.»

Preisdruck oder Gewinnmaximierung?

Es sei aktuell allerdings nicht möglich, über die Anzahl der betroffenen Stellen zu informieren. «Wir haben bewusst sehr früh kommuniziert, weil wir die Mitarbeitenden in die Planung miteinbeziehen wollen», sagt Hunziker. Rockwell sei dem globalen Markt und damit einem enormen Kostendruck ausgesetzt, das habe zu dieser schwierigen Entscheidung geführt.

Wir sind dem globalen Markt und Preisdruck ausgesetzt.
Autor: Roger HunzikerRockwell Automation Schweiz

Die Gewerkschaft «Angestellte Schweiz» sieht andere Gründe für die Verlagerung der Produktion nach Polen oder China. Das sei nicht zu verstehen, weil der Standort Schweiz «produktiv und gewinnbringend» arbeite. Es gehe hier nur um die Maximierung des Profits, heisst es weiter.

Auch die Gewerkschaft Syna spricht in einer Mitteilung von einer «unverschämten Gewinnmaximierung auf dem Buckel von treuen Mitarbeitenden.» Und die Gewerkschaft Unia findet, ein Weltkonzern mit 22'000 Mitarbeitenden müsse in der Lage sein, Umstrukturierungen auch ohne Entlassungen durchzuführen.

Wir verlangen, dass das Management alle Massnahmen prüft.
Autor: Korab MaculaGewerkschaft Angestellte Schweiz

Korab Macula von «Angestellte Schweiz» hofft, dass man noch einige Arbeitsplätze retten kann. «Wir nehmen das Management beim Wort und verlangen, dass sie alle Massnahmen überprüfen, damit es nicht zu diesem Stellenabbau kommt.»

Bedeutet «swiss made» nichts mehr?

Rockwell Automation ist ein international tätiges US-Unternehmen. In der Schweiz betreibt es auch Niederlassungen in Landquart (GR) und Root (LU) sowie weitere Verkaufsstellen in Manno (TI), Renens (VD) und Wil (SG). Rockwell produziert Sensoren, Schaltgeräte oder Industriecomputer.

In diesem Bereich sei das Label «Swiss made» ein Wettbewerbsvorteil, glauben die Gewerkschaften. Roger Hunziker von Rockwell entgegnet: «Leider stelle ich fest, dass die Kunden nicht bereit sind, für dieses Swiss Label mehr zu bezahlen.»

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