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Projekt Integrationsvorlehre Arbeit statt Sozialhilfe für Flüchtlinge im Aargau

Auch im Kanton Aargau soll es eine Integrationsvorlehre geben für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen. Die Regierung will bei einem Pilotprojekt des Bundes mitmachen. Die Kosten von 840'000 Franken muss das Parlament noch bewilligen.

Legende: Audio «Eine Integrationsvorlehre lohnt sich», sagt Projektleiterin Joy Kramer (22.9.2017) abspielen. Laufzeit 02:24 Minuten.
02:24 min, aus Regi AG SO vom 22.09.2017.

Eigentlich kostet das Projekt Integrationsvorlehre im Aarau insgesamt 4,9 Millionen Franken, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Aber der grösste Teil des Geldes kommt vom Bund.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass der Bund dem Kanton rund 70 Ausbildungsplätze zuspricht und diese subventioniert. Die Integrationsvorlehre dauert ein Jahr.

Ziel: Weniger Sozialhilfe, mehr Fachkräfte

Das Ziel: Junge Erwachsene zwischen 22 und 25 Jahren mit genügender Schulbildung sollen in den Arbeitsmarkt kommen. Auch Erwachsene bis 40 mit einer qualifizierten Berufserfahrung werden angesprochen.

Ihr wirtschaftliches Potential soll ausgeschöpft werden, so die Regierung. Damit könne man auch die Abhängigkeit von der Sozialhilfe senken. Auf der anderen Seite gebe es vor allem in der Gastronomie, in der Logistik, in der Landwirtschaft und im Garten- und Landschaftsbau Bedarf an zusätzlichen Fachkräften.

«Es ist nicht ausgeschlossen, dass später noch weitere Schulen und Berufe dazu kommen», sagt die zuständige Projektleiterin Joy Kramer gegenüber SRF.

Die Flüchtlinge sollen am Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg, an der Berufsfachschule in Aarau und im landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg unterrichtet werden. Diese Institutionen haben ein Konzept erarbeitet. Ausgebildet werden die Vorlehrlinge nicht nur in Deutsch und berufsspezifischen Fächern, sondern auch in gesellschaftlichen Werten und Normen.

Alex Simmen, Rektor am Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg, ist vom Projekt überzeugt. «Es gibt bereits Flüchtlinge oder vorläufig aufgenommenen Personen bei uns an der Schule.» Die Erfahrungen zeigen, dass eine Vorlehre in manchen Fällen notwendig sei, um einen guten Start in die Lehre zu ermöglichen.

Das Programm soll auf das Schuljahr 2018/2019 starten. Das Projekt ist vorerst auf vier Jahre beschränkt. Der Bund möchte in der ganzen Schweiz rund 800 bis 1000 Personen pro Jahr in eine solche Integrationsvorlehre schicken. Geplant ist, dass die Vorlehrlinge eine Entschädigung von 200 bis maximal 360 Franken pro Monat erhalten.

Die Idee ist, dass die Teilnehmenden im Anschluss eine «reguläre Lehre» in einem bestimmten Beruf absolvieren können. Ein ähnliches Projekt in der Region Baden zeige, dass die Idee funktioniere, betont Joy Kramer.

«Von 14 Teilnehmenden haben dort 9 eine Lehrstelle gefunden, eine Person sogar eine Festanstellung».

Bildnachweis Front: Keystone

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Hier löst man ein Problem, welches ja gemäss den unsrigen gar nicht existiert: Seit Jahren erzählen sie uns vom riesigen Fachkräftemangel und dass nur dringend benötigtes Fachpersonal einwandere, welches sofort überall benötigt wird ... Also was denn nun, liebes SRF ?
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  • Kommentar von Deborah Crabtree (D. Crabtree)
    Schweizerische Tochtergesellschaften im Ausland beschäftigen über 2 Mio. Personen, in Afrika sind es über 71'000. Ziel müsste es sein, dass die Leute wieder in ihre Heimat gehen, also keine Integration, sondern Bildung und Arbeit in ihren Heimatländer durch die CH Wirtschaft. Der Aussenhandel mit Afrika beträgt 1 Mrd., mit den nahen Osten 630 Mio. Wer sich nicht bilden oder arbeiten will, sollte wir das Recht haben sie in UNO Lager auszuschaffen.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Momoll. Einjährige IntegrationsVORlehre von 4.9 Mio für 70 Personen. Das macht dann 70.000.-- pro Nase
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