Radio 32 feiert Geburtstag

Vor 25 Jahren erhielt das Mittelland ein neues Privatradio. Am 24. Februar 1991, um genau 10.32 Uhr, ging Radio 32 zum ersten Mal auf Sendung. Seither hat sich das Privatradio stark entwickelt.

Radio 32 startete am 24. Februar 1991 aus dem Radiostudio in Zuchwil. Heute befindet sich das Studio in der Solothurner Kantonshauptstadt. Zu Beginn umfasste das Sendegebiet die Regionen Solothurn, Grenchen und Langenthal. Später wurde das Gebiet erweitert um die Regionen Burgdorf, Olten und Zofingen. Seit 2010 gehört auch die Region Aarau dazu.

SRF: Thomas Denzel, Geschäftsführer von Radio 32, Sie waren von Anfang an dabei. Welches ist die grösste Veränderung seit der Gründung des Privatradios?

Thomas Denzel: Neben der Technik hat sich das Radiomachen selber stark verändert seither. Vor 25 Jahren konnte man sicher noch von einem Pioniergeist sprechen. Aus heutiger Sicht waren wir damals sicher auch ein bisschen amateurhaft. Um ein Beispiel zu geben: 1991 konnte es doch tatsächlich vorkommen, dass ein Redaktor am Mikrofon seine Freundin bat, noch einkaufen zu gehen für das Abendessen. So würde man heute natürlich nicht mehr Radio machen. Damals war das noch möglich, da es viele Freiräume und unentdecktes Gebiet gab.

Das Sendegebiet von Radio 32 ist mittlerweile sehr gross. Wie macht man Radio für ein derart grosses Gebiet?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Der Erfolg eines Privatradios liegt schliesslich darin, dass sich alle im Sendegebiet vom Programm angesprochen fühlen. In der Konsequenz heisst das, dass wir zum Beispiel an Abstimmungs- und Wahlsonntagen, wo die Redaktion drei Kantone abdecken muss, einen grossen personellen Aufwand betreiben.

Die meisten Schweizer Privatradios sind in den grossen Städten wie Zürich oder Bern zu Hause, wo es einen potenten Werbemarkt gibt. Wie schwierig ist es für Sie, genügend Werbekunden zu finden, in einem wirtschaftlich schwächeren Umfeld?

Wir sind zum Glück gut verankert innerhalb des Sendegebiets, was auch die Werbetreibenden in der Region erkannt haben. Wir realiseren ohnehin rund 60 bis 70 Prozent unserer Einnahmen aus dem lokalen Markt. Aber natürlich stimmt es, dass wir nicht an einem 1A-Standort sind. Radio 32 hat durchaus nationale Kampagnen, aber das Verhältnis ist sicher kleiner als bei Radiostationen in den grossen Städten. Wir kompensieren das aber eben mit einer starken Verankerung im Sendegebiet und vielleicht auch mit einer weniger starken Konkurrenzierung. Auf dem Platz Zürich oder Bern streiten sich zwei, drei oder vier Privatradios um den lokalen Werbekuchen, wir haben dagegen realtiv wenig Überschneidungen in der Peripherie. Dadurch können wir das Potenzial unseres Sendegebiets besser ausschöpfen.

(Bildquelle: Colourbox/Symbolbild)