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Aargau Solothurn Radio Argovia: Bildungsdirektor besorgt, Besitzer beruhigt

Der Aargauer Regierungsrat Alex Hürzeler wehrt sich für ein eigenständiges Radio Argovia. Die geplante Kooperation mit dem Zürcher Sender Radio 24 berge die Gefahr, dass die «Aargauness» bei Argovia verloren gehe. Besitzer Peter Wanner beruhigt. Der Bund als Konzessionsvergeber hat Erwartungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Radio Argovia und Radio 24 spannen zusammen
  • Ab Herbst 2015 kommen Moderation, Musik und auch grosse Teile der (nationalen) Nachrichten von 10 bis 15 Uhr bei Radio Argovia aus Zürich (Radio 24)
  • Besitzer der beiden Radios, AZ-Verleger Peter Wanner, will Synergien nutzen und Geld sparen
  • Bei Radio Argovia werden drei Stellen abgebaut
Portrait Alex Hürzeler
Legende: Alex Hürzeler will weiterhin ein aargauisches Radio Argovia hören. Keystone

Zum 25. Geburtstag von Radio Argovia überbrachte der Aargauer Regierungsrat Alex Hürzeler dem Radiosender eine Grussbotschaft.

Nebst Glückwünschen äusserte Hürzeler in seiner Grussbotschaft aber auch Bedenken zur Zukunft des Aargauer Radiosenders. Hürzeler fordert, dass aus Argovia kein «Satellitenradio» aus Zürich werden dürfe.

Als Aargauer Kulturdirektor erwarte ich, dass mit dieser programmlichen Kooperation nicht das Ende der 'Aargauness' bei Radio Argovia startet
Autor: Alex HürzelerRegierungsrat Kanton Aargau

Letzte Woche wurde bekannt, dass der Badener Medienbesitzer Peter Wanner eine Kooperation von Radio Argovia und dem Zürcher Sender Radio 24 will. Auch Radio 24 gehört Peter Wanner.

Geplant ist, dass jeweils zwischen 10 und 15 Uhr praktisch das ganze Programm in Zürich produziert wird. In Aarau gehen deshalb 3 Stellen verloren. Entlassungen sind nicht geplant.

Ein ökonomischer Entscheid

Peter Wanner, Besitzer von Radio Argovia und Radio 24, kann die Sorge des Aargauer Regierungsrats nicht verstehen. «Die Kritik ist fehl am Platz», sagt er. Radio Argovia werde seine Eigenständigkeit und seine Identität nicht verlieren, sagt er gegenüber Radio SRF. Die Ausstrahlung des Aargauer Radios soll weiterhin bestehen, so Wanner weiter.

Die Kritik ist fehl am Platz. (...) Wir wollen nur Synergien ausloten. Die Identität von Radio Argovia soll bleiben.
Autor: Peter WannerBesitzer Radio Argovia, und 24, AZ-Verleger
Radio Argovia, Eingang
Legende: Verliert Radio Argovia die Identität? Eines der grössten Privatradios sei gefährdet, sagt der Aargauer Kulturdirektor. zvg

Gemäss Peter Wanner handelt es sich bei der neuen Zusammenarbeit um einen rein ökonomischen Entscheid. Weil die Werbeeinnahmen bei den Privatradios eingebrochen seien, müsse man vermehrt Synergien nutzen.

Beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wiederum hat man klare Erwartungen an Radio Argovia. Man sei über die Zusammenarbeit informiert worden. «Uns wurde versichert, dass der regionale Informationsauftrag erfüllt wird», sagt Alfred Hostettler vom Bakom. Das heisst: Radio Argovia muss gleich viel aus der Region berichten wie bis anhin, heisst es beim Bund weiter.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Andres Fey, Niederlenz
    Das SRF seinerseits könnte sparen, indem es die Regionalredaktionen einstellen und sich auf "die Schweiz" konzentrieren kann. Die entsprechenden Privatradios müssten selbstverständlich eine Charta zur "Nichtkomerzialität" unterzeichnen.
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  • Kommentar von Andres Frey, Niederlenz
    Angesichts der sich im rasanten Wandel befindenden Medienlandschaft und wegbrechenden Werbeerlöse, mache ich mir auch Gedanken über die Zukunft der relativ kleinen Sender. So stelle ich die Überlegung an; ob das Radio- und Fernsehgesetz auf mittlere Zukunft, abgeändert werden soll, damit die Lokalsender, welche für ein bestimmtes Gebiet "zuständig" sind in öffentlich rechtliche Stationen umgewandelt werden können. So könnten diese neben Werbegeldern aus der Region, Gebührengeld beziehen.
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