Region nur halb zufrieden mit Fahrplanwechsel

Der Fahrplanwechsel bringt in den Kantonen Aargau und Solothurn nicht alle zum Strahlen. Pendler nach Zürich haben gut lachen, alle, die weiter möchten eher weniger. Die Kantone ziehen deshalb ein durchzogenes Fazit.

Der grösste Fahrplanwechsel seit 2004 startet am Sonntag 13. Dezember. Auch in den beiden Kantonen Aargau und Solothurn kommt es zu Änderungen, vor allem wegen den verschiedenen laufenden SBB-Baustellen. Ein Überblick:

Aargau: Pendler an den Hauptbahnhof werden belohnt

Die Aargauer haben mit dem Fahrplanwechsel bessere Verbindungen nach Zürich. Beispielsweise vom Fricktal aus, wo neu jede Stunde zwei Züge an den Hauptbahnhof fahren. Von Brugg und Baden aus gibt es ab morgen stündlich sogar drei Verbindungen nach Zürich.

Pendler, die über den Hauptbahnhof hinaus fahren wollen, haben jedoch schlechtere Verbindungen. Grund ist der Wegfall des ICN, der von Genf her nicht mehr nach St. Gallen fährt, sondern nur noch bis am Hauptbahnhof. Zwar springt dafür der Inter Regio von Basel her ein, jedoch nicht zu allen Zeiten. Die Pendler müssen deshalb öfter am Hauptbahnhof umsteigen. Das sei aber kein grosses Problem, sagt Jürg Bitterli vom Aargauer Verkehrsdepartement:

«  Die Mehrheit der Aargauer Pendler will primär nach Zürich. »

Jürg Bitterli
Aargauer Verkehrsdepartement

Deshalb sei es verkraftbar, dass das Angebot während der Bauzeit, ein bisschen schlechter ist. Schlechter ist es, weil die Pendler öfter umsteigen müssen und teilweise längere Fahrten in Kauf nehmen müssen.

Solothurn: Sorgen wegen Baustellen

Anzeigetafel Bahnhof Aarau. Im Vordergrund ein Mann mit weissen Haaren.

Bildlegende: Auch geübte Pendler werden die Anzeigetafel wie hier am Bahnhof Aarau ab dem 12. Dezember wieder aufmerksam studieren. Keystone

Das sei mühsam, sagt auch Ludwig Dünbier, Leiter öffentlicher Verkehr im Kanton Solothurn. Vor allem eine SBB-Baustelle macht ihm Sorgen: «Insbesondere trifft uns der Vier-Spur-Ausbau zwischen Olten und Aarau. Diese Rahmenbedingungen bringen im Moment grosse Nachteile.»

Auch im Kanton Solothurn haben Pendler schlechtere Verbindungen über den Zürich Hauptbahnhof hinaus: Nur noch eine umsteigefreie Verbindung gibt es pro Stunde vom Jurasüdfuss aus.

Dafür stehen die Karten besser Richtung Bern: Die S-Bahn, welche von der Stadt Solothurn aus startet, fährt bis um 20.00 Uhr stündlich nach Bern.

Den Fahrplanwechsel sehen die Kantone Aargau und Solothurn also als nicht ganz ideal an. Die vielen Baustellen machen ihnen einen Strich durch die Rechnung, jedenfalls für die Zeit, in der sie andauern. Danach, so die Hoffnung, wird es besser.