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Region Zofingen Kein Platz für saubere Erde

Alle wollen bauen, aber niemand will den Aushub. Der Verband Zofingenregio findet keinen Standort für eine Deponie.

Die Gemeinden wollen nicht: Der Planungsverband Zofingenregio gibt auf. In einer Mitteilung schreibt er: «Gestützt auf die negative Haltung aller Standortgemeinden konnte in der Folge kein Antrag für einen Richtplaneintrag gestellt werden.» Konkret bedeutet das: In der Region Zofingen gibt es keinen Ort, wo man sauberen Aushub deponieren kann. Das ist das Resultat von Abklärungen, die seit mehreren Jahren laufen. Zofingenregio hatte nämlich schon 2013 eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, Standorte zu evaluieren für eine Deponie des Typs A, also für unverschmutztes Aushubmaterial. Zofingenregio will nächstes Jahr einen neuen Anlauf nehmen, um einen Standort zu finden.

Baugrube auf einem Feld
Legende: Auf der grünen Wiese wird gebaut, der Aushub muss weg. In der Region Zofingen hat es aber keinen Platz dafür. SRF/Stefan Ulrich

Mangel an Deponieraum: Häufig werden Kiesgruben mit Aushub-Material ausgefüllt und rekultiviert. Die Landschaft sieht dann nach der Rekultivierung wieder aus wie vorher. Doch leere Kiesgruben sind in der Region Zofingen Mangelware.

Statistik von Aushub und Kiesabbau
Legende: Die Statistik zeigt: Es fällt mehr Aushub an, als Kies abgebaut wird. Deshalb steigt der Bedarf an Deponien. zvg/Kt. AG

Deshalb soll sauberer Aushub auf bestehenden Flächen verteilt werden. Dadurch verändert sich die Landschaft, d. h. durch die Deponie wird das Terrain höher. Zudem verursachen der Betrieb einer Deponie und die anschliessende Rekultivierung zusätzlichen Verkehr. Hans-Ruedi Hottiger, Stadtammann von Zofingen und Präsident von Zofingenregio: «Das Killerkriterium bei unseren Anfragen waren praktisch immer die Lastwagenfahrten. Daran ist es gescheitert.»

Was ist unverschmutzter Aushub?

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Diese Art von Aushub (auch Abraum- oder Ausbruchmaterial genannt) entsteht beim Bau von Einfamilien- oder Mehrfamilienhäusern, beim Bau von öffentlichen Gebäuden, von Kraftwerken, von Strassen oder von Tunneln. Es kann sich um Erde, gebrochenen Fels oder auch um lockeres Gestein wie Kies, Sand, Ton oder Mischungen davon handeln. Aushub gilt nach der «Technischen Verordnung über Abfälle» (TVA) als unverschmutzt, wenn er keine Siedlungs-, Grün- oder Bauabfälle enthält.

Export von Aushubmaterial: In der Region Zofingen gibt es pro Jahr rund 200'000 Kubikmeter Aushubmaterial. Nur einige 1000 Kubikmeter davon können in der Region selber abgelagert werden. Der Rest wird in das Suhrental oder in die Nachbarkantone transportiert. Das gegenteilige Bild zeigt sich in der Region Baden und dem Zurzibiet, wo es viele Kiesgruben gibt. Mit viel Aushubmaterial aus dem Kanton Zürich werden diese aufgeschüttet.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Terrieur (Imfeld)
    Auf der Sondermülldeponie Kölliken ist saubere Erde nun bitternötig, nicht??? Wo ist eigentlich der "entsorgte" Dreck nun???
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    1. Antwort von SRF Redaktion Aargau Solothurn
      Das Aushubmaterial von Köllken wurde triagiert und entsorgt. Der organische Teil des Sondermülls wurde verbrannt. Der anorganische wurde mit speziellen Verfahren gereinigt. Drei Viertel des Materials gingen in das Bodenbehandlungszentrum in Oberglatt (ZH). Ein Viertel des Materials ging direkt in diverse Entsorgungsanlagen im In- und Ausland. Die Grube der Sondermülldeponie Kölliken wird mit Ausbruchmaterial aus dem Eppenberg-Tunnel der SBB aufgefüllt.
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