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Aargau Solothurn Rekordergebnis für AZ Medien: Das Kerngeschäft aber harzt

Die Aargauer Mediengruppe AZ Medien hat 2012 ein Rekordergebnis erzielt. Das Unternehmen weist einen Gewinn von 19 Millionen Franken aus. Das Ergebnis ist allerdings durch einmalige Faktoren geprägt: Die AZ Medien verkauften im Berichtsjahr diverse Beteiligungen.

Blick in die Senderegie des TV-Senders Tele M1 in Aarau
Legende: Auch der regionale Sender Tele M1 gehört zur AZ-Mediengruppe. Die Studios sind im neuen Hauptsitz in Aarau beheimatet. Keystone

Die AZ Medien sprechen von einem «sehr guten» Geschäftsergebnis. Der Gewinn von 19 Millionen Franken ist im Vergleich zum Vorjahr um 27.5 Prozent gestiegen. Dabei war bereits 2011 ein Rekordjahr für die Aargauer Mediengruppe. Allerdings: Das positive Ergebnis ist durch «ausserordentliche, einmalige» Erträge beeinflusst, wie Verleger Peter Wanner zugibt.

Verkäufe im Oberaargau und in Solothurn

Die AZ Medien haben 2012 das «Langenthaler Tagblatt» an die Tamedia-Gruppe aus Zürich verkauft. Auch die Mehrheitsbeteiligung am Solothurner Privatsender Radio 32 musste die AZ Mediengruppe abgeben.

Dieser Verkauf war notwendig geworden, weil ein Verleger nach dem Gesetz nicht mehr als zwei Radiosender betreiben darf. Mit dem Kauf von Radio 24 in Zürich und Radio Argovia hat die AZ Mediengruppe dieses Höchstmass bereits erfüllt und habe sich deshalb «schweren Herzens» von Radio 32 trennen müssen, wie Peter Wanner es formuliert.

Weniger Einnahmen im Inserategeschäft

Im operativen Geschäft ist die Bilanz der Mediengruppe nicht gerade rosig: Das Ergebnis verringerte sich um knapp 10 Prozent auf 33 Millionen Franken. Auch die AZ Medien seien von «rückläufigen Einnahmen bei der überregionalen Werbung in Tageszeitungen und den Sonntagsausgaben» betroffen, heisst es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Umsatzziele im regionalen Werbemarkt seinen «nicht vollumfänglich» erreicht worden.

Verleger Peter Wanner wird auf Anfrage konkreter: «Die Auflage der Tageszeitungen gehen lansam aber stetig zurück. Vor allem in den Rubriken verlieren wir Inserate ans Internet.» Trotzdem gibt sich Wanner für die Zukunft optimistisch: «Wir sind sehr breit aufgestellt, ich habe keine schlaflosen Nächte wegen unserer Printmedien.»

Tele M1, TeleZüri und TeleBärn nutzen Synergien

Im TV-Bereich konnte Wanner den Konzern sogar aus den roten Zahlen führen. Nach dem Kauf von TeleZüri und TeleBärn habe man konsequent Synergien genutzt. «Tele M1 ist damit nicht mehr allein, die ganze Senderfamilie zusammen schreibt nun schwarze Zahlen», erklärt Wanner. Aktuell wolle man weitere Synergien prüfen und die Werbung forcieren, «damit wir dann auch mal wieder Geld verdienen».

Synergien nutzen heisst auch bei den AZ Medien vor allem sparen. «Wir können den Sachaufwand noch reduzieren, werden aber auch beim Personalaufwand noch Einsparungen machen müssen. Wir können das aber ohne Entlassungen über die natürlich Fluktuation abwickeln», versichert Verleger Peter Wanner gegenüber Radio SRF.

Investitionen im Online-Bereich

Auch Peter Wanner will künftig noch mehr ins Internet investieren. Im Herbst 2013 oder Frühling 2014 wollen auch die AZ Medien eine Bezahlschranke einführen. «Das Projekt ist komplexer als man denkt», erklärt Wanner die vorsichtige Prognose. Welche Inhalte wie viel kosten werden, ist bisher unbekannt. Man profitiere bei der Einführung dieser sogenannten «paywall» sicherlich auch von den Erfahrungen anderer Verlage.

Geprüft wird auch eine Risiko-Investition: Der ehemalige Chefredaktor von 20 Minuten Online, Hansi Voigt, plant ein neues Onlineportal, vor allem für den mobilen Handymarkt. Verleger Peter Wanner prüft im Moment, ob er in dieses Projekt investieren soll. «Es ist mutig, aber ich glaube, es gäbe durchaus Chancen. Es könnte funktionieren, wenn man es richtig macht», so Wanner. Entscheiden wollen sich die AZ Medien in den nächsten Monaten.

AZ Medien AG

Die AZ Medien verlegen die «az Aargauer Zeitung», «az Solothurner Zeitung», «bz Basellandschaftliche Zeitung» und «bz Basel». Dazu kommen regionale Titel, Zeitschriften sowie die «Schweiz am Sonntag». Die Fernsehsender Tele M1, TeleZüri und TeleBärn sowie diverse Druckereien gehören ebenfalls zum Konzern. Die AZ bietet 800 Vollzeitstellen.