Rekordtiefe Unfallzahlen im Kanton Solothurn

Auf Solothurner Strassen gab es 2014 erneut weniger Verkehrsunfälle. Die Zahl sank um 6,5 Prozent auf 1187 Unfälle. Das ist der tiefste Wert seit Beginn der Statistik 1989. Bei den Unfällen wurden insgesamt 596 Personen verletzt. Sieben Menschen verloren ihr Leben, sechs weniger als im Vorjahr.

Es gab im Kanton Solothurn nicht nur weniger Unfälle; auch die Zahl der Toten (von 13 auf 7) und der Schwerverletzten (von 96 auf 83) ging stark zurück. Und dies innerhalb eines Jahres. Betrachtet man einen grösseren Zeitraum, nämlich die letzten 25 Jahre, dann liegen die Unfallzahlen so tief wie noch gar nie.

Autounfall: Eingedrückter blauer Kleinwagen

Bildlegende: Im Jahr 2014 gab es im Kanton Solothurn so wenige Verkehrsunfälle wie noch nie zuvor. Keystone

Damit setzt sich im Kanton Solothurn der Trend der letzten Jahre fort. Die Polizei führt diesen Erfolg auf vor allem auf Prävention und Kontrollen zurück. Dafür sei aber auch konstant viel Personal nötig.

Vor allem die Autobahn wurde sicherer

Und das sind nur die absoluten Zahlen. Berücksichtigt man die massive Zunahme der Motorisierung und damit der gefahrenen Kilometer in diesem Zeitraum, ist der Rückgang der Unfallzahlen noch viel eindrücklicher.

«  Diese Schere ist effektiv stark aufgegangen. Die Unfallzahlen haben so gesehen in einem sehr guten Mass abgenommen. »

Yves Staub
Leiter Verkehrstechnik Kantonspolizei Solothurn

Die Unfälle haben flächendeckend abgenommen, also auf allen Arten von Strassen. Besonders gross war der Rückgang der Anzahl Unfälle allerdings auf den Autobahnen mit einem Minus von 19 Prozent (von 245 auf 199). Interessant für die Polizei war die Beobachtung, dass während der zweijährigen Bauzeit auf der A1 (sechs Spuren Wiggertal-Härkingen) die Unfälle stark zurückgingen.

Bei diesen Unfällen wurden auch immer weniger Personen verletzt. Die Anzahl der verunfallten Personen auf Autobahnen sank von von 2013 auf 2014 um 43 (siehe Grafik).

so Verkehrsunfälle Kanton Solothurn 2014 Anzahl verunfallte Personen nach Strassenart: Entwicklung 2005-2014 Polizei Kanton Solothurn

Die Erklärung: Durch die ständig wechselnde Führung der Spuren auf der grossen Baustelle seien die Automobilisten einerseits langsamer gefahren und andererseits auch viel aufmerksamer. Deshalb gab es weniger Unfälle.

Geschwindigkeit ist nicht das Problem

Bei den Unfallursachen steht klar das Missachten des Vortritts an erster Stelle. Darauf folgen zum Beispiel das zu nahe Auffahren und die «mangelhafte Bedienung des Fahrzeuges».

Erst an sechster Stelle der Unfallursachen folgt die Kategorie «Geschwindigkeit». Früher belegte diese Unfallursache immer einen der Spitzenplätze. Doch seit dem Raserunfall von Schönenwerd im Jahr macht die Solothurner Kantonspolizei viel mehr Geschwindigkeitskontrollen. Und diese machen sich nun in einem starken Rückgang der durch überhöhte Geschwindigkeit verursachten Unfälle bemerkbar.