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Aargau Solothurn Roboter in Aargauer Kuhstall

Melken, füttern, sauber machen: Roboter übernehmen immer mehr Arbeiten im Stall. Dem Bauern soll das mehr Flexibilität bringen, seinen Kühe mehr Komfort.

Legende: Video Roboter im Kuhstall abspielen. Laufzeit 4:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.03.2016.

Der neue Laufstall von Thomas Näf ist hell, die Luft ist frisch und es riecht nach Heu. Ein Luxushotel für seine Kühe, wie er selber sagt. In diesem Stall bei Buttwil im Kanton Aargau läuft fast alles automatisch.

Ein Roboter hält den Spaltenboden sauber, ein anderer füttert die Kühe und ein dritter übernimmt das Melken. Statt wie im alten Anbindestall jeden Morgen und Abend zur gleichen Zeit können die Kühe jetzt selber entscheiden, wann sie ihre Euter entlasten wollen. Das soll auch die Gesundheit der Tiere verbessern.

Per App das Melken überwachen

Kuh aus Froschperspektive.
Legende: Roboter helfen Bauern bei verschiedenen Tätigkeiten. Colourbox

Durch das Wegfallen der schweren körperlichen Arbeit bleibt dem Bauern mehr Zeit, um sich um seine Tiere zu kümmern. Am Computer kann er sich einen raschen Überblick über den Zustand jeder Kuh verschaffen und über eine App auf dem Smartphone bei Problemen auch aus der Distanz reagieren.

Im Sommer will Näf seine Tiere auch auf die Weide lassen. Er hat das Glück, dass sein Stall direkt an eine grosse Wiese grenzt. Auf eine weiter entfernte Weide kann er seine Kühe nicht bringen, da sie ständig Zugang zum Melkroboter brauchen.

500 Melkroboter im Einsatz

Für die Finanzierung des 1,1 Millionen teuren Stalls hat der 25-Jährige zusammen mit seiner Mutter einen Kredit aufgenommen. Er will mit eigener Nachzucht in den nächsten Jahren von rund 40 Kühen auf 70 Tiere aufstocken. Erst dann wird auch der 200'000 Franken teure Melkroboter ganz ausgelastet sein.

«Mit der hohen Investition in Stall und Roboter ist er für die nächsten 15 bis 25 Jahre gebunden», sagt Christoph Beyeler, Berater am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Beyeler hat es besonders oft mit Milchbauern zu tun. Bei der schwierigen Situation am Milchmarkt stehen viele vor dem Entscheid, ganz mit der Milch aufzuhören oder zu vergrössern.

Bei einem Neubau werde in den meisten Fällen auf mehr Kühe und auf eine Mechanisierung der Einrichtung gesetzt. So sind in der Schweiz bereits 500 Melkroboter im Einsatz, Tendenz steigend.

(Bildquelle: Colourbox/Symbolbild)

1 Kommentar

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  • Kommentar von Marina Gschwind Grieder (mgschwindgrieder)
    Das Tier ist ein fühlendes Wesen. Das Haustier hat sich dem Menschen angeschlossen, vertraut ihm. Es beelendet mich, wenn das Tier zunehmend als Produktionsmaschine missbraucht wird, nur um es sog. "wirtschaftlich" zu rechtfertigen. Die Kuh ist ein sehr feinfühliges Wesen, und der Mensch wird immer mehr zum Ausbeuter der Natur unter egoistischer Missachtung, dass auch sie eine Seele hat, die wartet, dass der Mensch sich um sie sorgt. Eine grosse Tragik, die sich irgendwann grausam rächen wird.
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