Roter Teppich für Österreich: Staatsempfang in Aarau

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann ist am Freitag in Aarau vom Aargauer Landammann Roland Brogli im Beisein von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf empfangen worden. Faymann will sich über das schweizerische Steuersystem informieren.

Politiker auf der Treppe

Bildlegende: (Kopie) Staatsempfang: Kanzler Faymann umrahmt von Landammann Roland Brogli (links) und Bundesrätin Evelyne Widmer-Schlumpf. SRF

Vor dem Regierungsgebäude, auf dem Aargauerplatz, war am Vormittag der rote Teppich ausgerollt, und das Spiel Kantonspolizei Aargau gab die österreichische sowie die schweizerische Landeshymne zum Besten.

Bundeskanzler Faymann (SPÖ) war am Freitagmorgen von Wien kommend am Flughafen Zürich gelandet. Der hohe Gast war von Landstatthalter Urs Hofmann und Staatsschreiber Peter Grünenfelder abgeholt worden. Danach fuhr Faymann mit einer Eskorte der Aargauer Kantonspolizei nach Aarau.

Nach dem Empfang mit protokollarischen Ehren führten Bundeskanzler Faymann, Bundesrätin Widmer-Schlumpf sowie Landammann Brogli und Hofmann im Regierungsgebäude vertrauliche Gespräche.

Faymann will «Reichensteuer»

Ein Arbeitsgespräch zum Steuersystem der Schweiz steht im Zentrum des Besuches. Das Interesse der Delegation aus dem Nachbarland gilt vor allem der Organisation des schweizerischen Steuerwesens sowie dem fiskalpolitischen Zusammenspiel zwischen Bund und Kantonen.

Faymann, der auch SPÖ-Parteivorsitzender ist, möchte eine Vermögenssteuer nach Schweizer Vorbild einführen. Diese «Reichensteuer» ist in Österreich bereits umstritten. Er will auch die Finanzvereinbarung mit den Ländern reformieren.

Hohe Besuche in Aarau

Die Aargauer Regierung hatte bereits im August 2011 einen hohen Regierungsvertreter mit protokollarischen Ehren empfangen. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg, stattete dem Aargau seinen ersten Auslandsbesuch ab.

Der Ministerpräsident der Grünen interessierte sich vor allem für Fragen der Bürgerbeteiligung. Im Juni dieses Jahres nahm Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, an einer Konferenz in Aarau zur direkten Demokratie teil.