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Aargau Solothurn Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim muss über die Bücher

Die Schafisheimer Rudolf-Steiner-Schule beurteilt ihre Schüler nicht so, wie es sein sollte. Das sagt der kantonale Erziehungsrat und verlangt, dass die Privatschule ihre Praxis überarbeitet. Die Schule selber zeigt sich einsichtig.

Schülerinnen folgen dem Unterricht und machen sich Notizen, aufgenommen am 17. Mai 2004 in einer Mittelschulklasse der Rudolf Steiner Schule St. Gallen.
Legende: Die Schüler der Schafisheimer Rudolf-Steiner-Schule müssen künftig jährlich eine Beurteilung erhalten (Symbolbild). Keystone

Die private Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim muss die Beurteilungspraxis für ihre Schüler überarbeiten und sie den aktuellen, rechtlichen Vorgaben anpassen. Das ordnete der Erziehungsrat des Kantons an.

Die Massnahme zur einheitlichen Beurteilung von Kindern und Jugendlichen muss die Privatschule bis zum Schuljahr 2015/16 umsetzen. Das gab der Erziehungsrat am Mittwoch bekannt. Der Rat ist das Bewilligungs- und Aufsichtsorgan über die Privatschulen im Aargau. Die Schule muss den Schülern künftig mindestens einmal pro Jahr eine Leistungsbeurteilung abgeben. Das Gleiche gilt beim Austritt oder beim Übertritt in eine andere Schule. Die Beurteilung soll zudem transparent sein, so der Rat.

Als Besonderheit verteilt die Rudolf-Steiner-Schule keine Noten. Der Erziehungsrat verlangt weiter klare Spielregeln für den Schulbetrieb. So soll die Privatschule in Schafisheim den internen Umgang mit Disziplinproblemen und mit Beschwerden von Eltern verbessern. Sie soll im Weiteren ein internes Qualitätsmanagement entwickeln. Die seit 30 Jahren bestehende Schafisheimer Rudolf-Steiner-Schule ist mit rund 250 Kindern und Jugendlichen die grösste Aargauer Privatschule.

Übertritt an Volksschule soll besser gelingen

Die Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim akzeptiert die angeordnete Massnahmen des Erziehungsrates und ergreift keine Rechtsmittel dagegen. Man wolle «bestmögliche Verbesserungen» vornehmen, schreibt die Schule in einer Stellungnahme. Alle Lehrpersonen seien in Sachen Gewaltprävention sensibilisiert und instruiert worden. Die Schule sieht sich nach eigenen Angaben «wieder auf Kurs».

«Wir sehen diese Massnahme als sehr wichtige Verbesserung», sagt Lucio Carlucci, Präsident des Schulvereins gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Es gehe darum, dass der Übertritt an die Volksschule ohne Probleme gelinge. Die Privatschule möchte aber nicht nur an ihrer Leistungsbeurteilung arbeiten.

Privatschule will sich modernisieren

Man sei in einer Aufbruchstimmung, so Carlucci weiter. Schliesslich habe sich die Schule seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren nicht gross verändert, nun sei es an der Zeit, sich weiterzuentwickeln. Dieser Wille wird vom Kanton positiv wahrgenommen. «Wir erleben die Zusammenarbeit mit der Schule als kooperativ und konstruktiv», sagt Monika Morgenthaler, die oberste kantonale Schulinspektorin.

Die Schafisheimer Schule ist mit rund 250 Schülern die grösste Aargauer Privatschule. Im Herbst hatten Familien teilweise schwere Vorwürfe erhoben. Auch unqualifizierte Lehrkräfte würden unterrichten und es sei zu Tätlichkeiten gekommen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Thomas, Zürich
    Steinerschule Schafisheim Warum erwähnen Sie nicht, dass die Unterstellung, die Lehrer seien nicht genügend ausgebildet, widerlegt wurde und dass die Schule durchschnittlich besser abschneidet als eine vergleichbare Volksschule? Die Befragung aller Eltern wurde durch die Fachstelle Externe Schulevaluation der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt. Merkwürdig ist die selektive Berichterstattung. Robert Thomas
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    1. Antwort von Sandra Huber, Lenzburg
      Die Befragung aller noch anwesenden Eltern!!! Wären all diejenigen befragt worden, die die Schule bereits verlassen haben, würde ein anderes Ergebnis vorliegen Herr Thomas! Das ist auch sehr selektiv... Und was ist mit dem zu wenig qualifizierten KiTa-Personal? Wohl auch ein Irrtum?
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