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Aargauischer Fussballverband Schiedsrichter-Werbung in der Grauzone

Fussballer sind lebene Werbesäulen. Sie machen Werbung für ihre Clubs und natürlich deren Sponsoren. Fussballer sind immer parteiisch. Schiedsrichter hingegen sind per Definition neutral. Also sind auch ihre Trikots neutral. So wird es weltweit gehandhabt, Werbung auf Schiedsrichter-Trikots ist ein Tabu.

Doch der Aargauische Fussballverband AFV bricht nun dieses Tabu. Als weltweit einziger Verband, so der AFV in seiner Mitteilung, schickt er in der 2. Liga, seiner höchsten Liga (ab 1. Liga aufwärts ist der Schweizerische Fussballverband zuständig) die Schiedsrichter beschriftet in die Spiele.

Sonderzug im Aargau

Hinten tragen sie einen Aufruf zu Fairplay. Vorne prangt das Logo eines Autoverleihs. Das Geld des Sponsors fliesse einzig und allein in die Fairplay-Kampagne, sagt AFV-Präsident Hans Aemisegger auf Anfrage von Radio SRF.

Aber geht das denn wirklich, ein kommerzieller Sponsor auf der Brust des Schiri? «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der schweizerische Fussballverband dagegen sein kann, wenn sich ein regionaler Verband um Fairplay bemüht», sagt Aemisegger.

Allerdings: Ob Werbung auf Schiedsrichter-Trikots legal ist, weiss der AFV nicht richtig. «Es ist nicht explizit erlaubt», sagt Aemisegger. «Aber es ist auch nicht explizit verboten.» Ihm ist klar: Was der AFV tut im Bereich Schiedsrichter-Werbung, bewege sich in einer Grauzone.

Mehr Geld für Fairplay-Kampagne

In der Saison 2017/18 verdoppelt der AFV die Prämien der Fairplay-Kampagne. Die Gesamtsumme beträgt 21'000 Franken. Neu profitieren zehn statt wie bisher fünf Vereine von den Prämien. Diese werden jeweils an der Gala des Aarg. Fussballverbandes ausgeschüttet.

Nicht ganz so neu

In anderen Ländern und Sportarten werden Schiedsrichter bereits als Werbeträger genutzt. So tragen sie im Schweizer Eishockey grosse Werbeaufdrucke. Die Schiedsrichter des Deutschen Fussballverbandes tragen bereits seit 2003 ein Logo am Arm.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Wenn die Sache "nicht explizit verboten" ist, wie der AFV-Präsident erklärt, dann ist sie automatisch erlaubt - also keine Spur von einer "Grauzone". Wenn immer alles erst "explizit erlaubt" werden müsste, wären wir wohl heute noch Höhlenmenschen.
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  • Kommentar von Stefan Andreas Berta (sab@dietlikon.ch)
    Stimmt nicht: England und Italien kennen das Sponsoring ihrer Referees schon lange; England bereits seit der Saison 2012/13: http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2186488/Premier-League-referees-new-sponsorship-deal-Expedia.html
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