Schlag gegen Menschenhandel in Rotlichtmilieu

Im Rotlichtmilieu haben Behörden von Solothurn und Basel-Stadt bei koordinierten Aktionen insgesamt zehn Personen wegen Verdacht des Menschenhandels festgenommen – zwei in Basel und acht in Solothurn. Die Festgenommenen sollen Sexarbeitende ausgebeutet haben. Die Ermittlungen waren kompliziert.

Im Kanton Solothurn wurden in den vergangenen Monaten insgesamt 18 Hausdurchsuchen durchgeführt. In Basel war in den letzten Tagen eine, heisst es in Mitteilungen der jeweiligen Staatsanwaltschaft vom Dienstag. Für alle zehn festgenommenen Personen wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Prostituierte auf Bett mit silbernen Stilettos hinter einer Scheibe .

Bildlegende: Bei den Durchsuchungen wurden auch grössere Bargeldbeträge sowie kleinere Mengen der Droge Crystal Meth sichergestellt. Keystone

Die Solothurner Staatsanwaltschaft führt Strafverfahren gegen insgesamt 19 Personen. Im Zentrum stünde der Vorwurf des Menschenhandels. Es gehe aber auch um Förderung der Prostitution, sowie um Verstösse gegen Drogen- und Ausländergesetze, heisst es bei der Solothurner Staatsanwaltschaft.

Komplizierte Ermittlungen

Den acht festgenommen Personen wirft sie vor, 21 illegal in der Schweiz anwesende Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter aus Thailand ausgebeutet zu haben. Die mutmasslichen Täterinnen und Täter stammen aus Thailand und der Schweiz. Drei der Festgenommen sind inzwischen wieder aus der Haft entlassen.

Gerade weil sich in diesem Fall Vieles um Thailand dreht, seien die Ermittlungen seien sehr aufwändig gewesen, erläutert Jan Lindenpütz von der Solothurner Staatsanwaltschaft: «Die Aussagen der Opfer sind in diesen Verfahren sehr zentral. Da die Opfer aber kein Deutsch sprechen und auch mit den hiesigen Gepflogenheiten nicht vertraut sind, war es schwer ihr Vertrauen zu gewinnen.»

Ausserdem habe man auch mit thailändischen Behörden zusammengearbeitet, das benötige dann halt auch mehr Zeit.

«  Das ist ein Meilenstein für den Kanton Solothurn. Aber... »

Jan Lindenpütz
Solothurner Staatsanwaltschaft

Dass man es nun aber geschafft hat die Verfahren zu eröffnen, wertet Lindenpütz als grossen Erfolg: «Das ist ein Meilenstein für den Kanton Solothurn», sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Trotzdem macht er sich keine Illusionen, der Kampf gegen die Missstände im Sexgewerbe gehe auch nach Abschluss dieser Verfahren weiter: «Es ist leider in diesem Gewerbe so, dass ein Vakuum schnell aufgefüllt wird.»

Erfolge auch in anderen Kantonen

Neben Solothurn gab es auch in anderen Kantonen Ermittlungen und Festnahmen. So wurden in Basel zwei Schweizerinnen mit Migrationshintergrund im Alter von 60 und 62 Jahren festgenommen.

Die beiden sollen in Thailand Frauen angeworben haben. Die Opfer sollen verpflichtet worden sein, Auslagen von mehreren tausend Franken für Vermittlung, Reise und Unterkunft aus Einnahmen der Prostitution zurückzuzahlen.