Schlitteln den Weissenstein hinunter wird künftig sicherer

Wenn der Schnee fällt auf dem Weissenstein, wird dank der neuen Gondelbahn bald das Schlittenfahren wieder attraktiv auf dem Solothurner Hausberg. Weil bei einem Notfall auf dem Berg die Schlittelbahn als Strasse dient, kann es aber gefährlich werden. Ein Konzept soll diese Gefahr nun entschärfen.

Der Solothurner Hausberg war in den letzten Jahren nicht mehr so beliebt, als Ausflugsort zum Schlitten fahren. Denn ohne Sessel- oder Gondelbahn war es schwierig, auf den Berg zu kommen. Und ein Postauto fuhr während dieser Zeit ebenfalls nicht.

Kinder beim Schlittenfahren.

Bildlegende: Schlittenfahren soll auf dem Weissenstein sicherer werden (Symbolbild). Keystone

Doch wenn ab nächstem Samstag die Gondelbahn auf den Weissenstein eröffnet wird und der Schnee fällt, dürfte der Berg wieder von Schlittenfahrern bevölkert werden. Dazu hat sich auch der Kanton Solothurn Gedanken gemacht. Denn das Schlittenfahren auf dem Weissenstein war und ist eine gefährliche Sache.

Im Winter wird die Passstrasse zur Schlittelbahn. Sobald aber ein Feuerwehrauto, eine Polizeipatrouille oder die Ambulanz notfallmässig auf den Berg fahren muss, dient die Schlittelbahn wiederum als Strasse. Eine gefährliche Kombination, wenn gleichzeitig Schlittenfahrer auf dem Weg ins Tal sind.

Ohne Konzept keine Schlitten

«Diese Situation ist aus unserer Sicht ein Risiko, das wir berücksichtigen müssen», erklärt Ruedi Schluep vom kantonalen Strasseninspektorat auf Anfrage. Deshalb habe der Kanton der Seilbahn Weissenstein AG als Betreiberin der Gondelbahn eine Auflage gemacht: Ohne genügendes Sicherheitskonzept darf die Passstrasse nicht als Schlittelbahn benutzt werden.

Die Seilbahn Weissenstein AG hat darauf reagiert und ein Konzept erarbeitet, wie Konrad Stuber bestätigt. Er ist im Verwaltungsrat der AG dafür zuständig. Gemäss Konzept wird die Schlittelbahn bei einem Notfall gesperrt, und zwar oben bei der Bergstation wie auch auf der Mittelstation.

Kanton sieht Konzept «auf gutem Wege»

Ausserdem werden Benutzer der Schlittelbahn mittels Lautsprechern auf der Bahn darauf hingewiesen, dass sie die Bahn sofort räumen sollen. Von der Berg- und Mittelstation aus werden zudem Patrouillen los geschickt, welche die Pisten nochmals kontrollieren. So soll das Risiko vermindert werden, dass Schlittenfahrer mit einer Ambulanz oder einem Polizei-Fahrzeug zusammen stossen.

«Mit diesem Konzept sind wir auf gutem Wege», meint Ruedi Schluep vom Strasseninspektorat. Grünes Licht kann er aber noch nicht geben. Aktuell ist das Konzept bei den Blaulicht-Organisationen, also Polizei, Ambulanz und Feuerwehr.

Sie begutachten das Konzept und können danach grünes Licht geben, wenn sie einverstanden sind. Dies soll noch diese Woche geschehen. Denn am 20. Dezember geht die neue Gondelbahn auf. Dann muss das Konzept abgesegnet sein – auch wenn dann noch kein Schnee liegt.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 6:32 Uhr)