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Aargau Solothurn Schüler geben ihr Handy freiwillig fünf Tage lang ab

Mindestens einmal im Tag das Handy abstellen: Das wünschte sich die Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» und lancierte dazu in der laufenden Woche einen Wettbewerb. Mitgemacht haben auch ganze Klassen, die ihr Handy ganz abgegeben haben.

Legende: Video Auf Handy-Entzug abspielen. Laufzeit 3:29 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.03.2014.

Mehrere Tage ohne Handy auskommen - das ist für viele Menschen heutzutage schwierig. Darum führt die Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» in der laufenden Woche eine Aktion durch mit Namen «Freihändyg». Mitmachen konnte jeder.

Er oder sie musste nur ein Mail an die Stiftung schreiben und erklären, wo das Handy überall ausgeschaltet wurde und was man dabei für Erfahrungen gemacht hat. Zielgruppe des Projekts «Freihändyg» sind Jugendliche, aber nicht nur. Mitmachen können alle Mobiltelefon-Benutzer, die ein ambivalentes Verhältnis haben zu ihrem elektronischen Wundergerät iPhone, Samsung oder wie sie alle heissen.

Haare abschneiden als Strafe für Handygebrauch

Kurt Röthlisberger ist Geschäftsführer der Stiftung und hat allerlei Erfahrungen gemacht mit dieser Aktion: «In einer Klasse haben sich die Schüler darauf geeinigt, dass der Betreffende zum Beispiel allen ein Karaoke-Lied vorsingen muss - und die Klasse darf es auslesen», schmunzelt Röthlisberger. Und im Wiederholungsfall müsse der Handybenutzer gar seine Haare abschneiden. Gut zehn Schulklassen machen mit.

Röthlisberger stört sich immer wieder ab gewissen Handynutzern. «Wenn jemand im Restaurant ständig unter den Tisch schaut und an seinem Smartphone herumfingert, finde ich das daneben», erklärt Kurt Röthlisberger mit ernster Stimme. «Und diese bedeutungslosen Telefongespräche, die ich im Bus, Tram oder Zug manchmal mitanhören muss, das nervt mich.»

Der Geschäftsführer der Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» ist kein Handy-Hasser, wie er selber sagt. Auch er selber hat natürlich ein Mobiltelefon und möchte nicht mehr komplett darauf verzichten. Aber: Es brauche ein Mass. Und dieses werde heutzutage häufig überschritten, meint Röthlisberger.

«Alles fängt im Kopf an»

Als Preise der Aktion «Freihändyg» winken Gutscheine für einen Restaurantbesuch oder für ein Wellness-Wochenende. Die Stiftung will damit einen Denkanstoss geben, zum vernünftigen Handygebrauch. «Alles fängt im Kopf an», meint Röthlisberger gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Aber ab wann benutzt man sein Handy zu viel? Der Geschäftsführer erklärt das so: «Wenn ich das Gefühl habe, ich verpasse etwas, wenn ich das Handy nicht habe, dann ist es gefährlich.»

Kurt Röthlisberer benutzt sein Handy pro Tag maximal zwischen 30 und 45 Minuten lang. Auch der 62-Jährige wird während der Woche sein Handy mehrmals ausschalten. «Wenn ich im öffentlichen Verkehr unterwegs bin, im Restaurant esse oder ins Kino gehe, schalte ich mein Handy aus», so Röthlisberger.

«Aarau eusi gsund Stadt»

Seit 38 Jahren gibt es die Stiftung zur Gesundheitsförderung in Aarau. Sie wird zum grössten Teil von der Stadt finanziert. Geschäftsführer Kurt Röthlisberger ist Mitinitiant der Stiftung und seit Beginn mit dabei. Ziel der Stiftung ist es, die Einwohner der Stadt und Region Aarau zu motivieren, selber aktiv zu werden, um gesund und fit zu bleiben.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von tom rosen, erlenbach
    “...eusi gsund Stadt" ??? Also krank wenn man das Handy benutzt (=> soziales Defizit)? Oder WEIL man das Handy benutzt (=> Handy-Strahlen)? Egal was die Initianten meinen, es sind Ahnungslose. Denn nicht das Handy ist böse oder dumm, die Nutzer/innen sind es im Zweifelsfall. Ausschalten ist Schwachsinn, damit umgehen lernen ist die Devise. Gilt übrigens gleicher Massen für Drogen, Waffen, Demokratie, Sex und Alkohol.
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