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Schulreform Aargau Bezirksschule Fahrwangen wird geschlossen

Der Kanton Aargau führt im oberen Seetal nur noch die Bezirksschulen Seengen und Seon weiter. Fahrwangen sei zu klein.

Hochgestreckte Hand im Schulzimmer
Legende: Aus für die Bezrikrsschule Fahrwangen: Nur noch die Schulen Seengen und Seon werden weitergeführt. Keystone

Nur noch zwei statt drei Bezirksschulen im oberen Seetal: Der Aargauer Regierungsrat hat mitgeteilt, dass er nur noch die Bezirksschulen Seon und Seengen weiterführen will, die Bezirksschule Fahrwangen wird spätestens Ende Schuljahr 2021/22 geschlossen.

Grund für diesen Entscheid ist die Schulreform 6/3. Seit dem 1. August 2014 müssen Bezirksschulen mindestens sechs Klassen mit mindestens je 18 Schülerinnen und Schüler anbieten können. Die Bestimmung beinhaltet eine Übergangsfrist von acht Jahren. Für das obere Seetal heisst dies, dass in Zukunft nur zwei von drei Bezirksschulstandorten Bestand haben können.

Keine Einigung der Gemeinden

Zuerst versuchten die Gemeinden Fahrwangen, Seon und Seengen selbst eine einvernehmliche Lösung zu finden. Doch die Gespräche verliefen ohne Erfolg. Deshalb ersuchten die Gemeinden den Regierungsrat über die Schliessung von einem der drei Schulstandorte zu entscheiden.

Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) hat alle drei Standorte besichtigt, eine externe Schulevalution und eine Analyse durchgeführt. «Diese berücksichtigte unter anderem Aspekte wie die Schülerprognosen in den verschiedenen Gemeinden, das vorhandene Raumangebot und dessen Erweiterungsmöglichkeiten, die Ausgestaltung des Schulwegs sowie auch finanzielle Überlegungen», wie es in der Medienmitteilung des Kantons heisst. Zudem wurden alle betroffenen Gemeinden zu einer Stellungnahme eingeladen.

Die Analyse führte den Regierungsrat zum Schluss, dass Seengen und Seon weitergeführt werden, und dass die Bezirksschule Fahrwangen spätestens bis Ende Schuljahr 2021/22 geschlossen wird.

Simone Strub, Sprecherin der Aargauer Regierung, betonte gegenüber SRF, dass man die Schule Fahrwangen nicht schliessen würde, weil diese schlecht sei. Alle drei Schulen, die zur Diskussion standen, seien gute Schule. Letztlich sei die Kombination von Seengen und Seon einfach die beste Lösung gewesen.

Ein Grund für diesen Entscheid liegt auch beim Schulweg. «Es geht um die Erreichbarkeit mit dem Velo und die Anbindung an den ÖV», erklärt Strub. «Da haben Gemeinden mit einer Zentrumsfunktion einen Vorteil.»

Zurückhaltung in Fahrwangen

Auf Anfrage von SRF reagierte die Gemeinde Fahrwangen zurückhaltend. Gemendeammann Patrick Fischer liess verlauten, dass der Entscheid des Regierungsrates sicher enttäuschend sei, aber vom Kreisschul-Vorstand und von den Verbandsgemeinden vorläufig nicht kommentiert werde, da die Begründung erst seit gestern vorliege und zuerst analysiert werden müsse.

Die Schliessung bedeute sicher einen Attraktivitätsverlust für die ganze Region, und der Schulraum der Bezirksschule müsse einer neuen Nutzung zugeführt werden, so Patrick Fischer.

Neue Schulwege

Der Regierungsrat legte zudem die neuen Schulkreise fest:

  • Schulkreis Seengen: Seengen, Bettwil, Fahrwangen, Leutwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf
  • Schulkreis Seon: Seon, Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil, Hallwil