Scintilla: Belegschaft erhält politische Rückendeckung

Beim Kampf um ihre Arbeitsplätze erhalten die Angestellten der zum deutschen Bosch-Konzern gehörenden Scintilla aus Zuchwil nun politische Unterstützung. 63 National- und Ständeräte haben eine Petition gegen den Stellenabbau unterzeichnet.

In der Petition wird Bosch aufgefordert auf den Stellenabbau zu verzichten, oder zumindest diesen um ein Jahr aufzuschieben, wie die Gewerkschaft Unia am Donnerstag mitteilt.

Adolph Kolping wurde 1813 in der Nähe von Köln geboren. Er machte eine Lehre als Schuhmacher und arbeitete auf diesem Beruf mehrere Jahre lang. In dieser Zeit fiel ihm auf, dass viele Junggesellen aber auch Wandergesellen am Abend vor allem in den Beizen und Spelunken herum hingen und sich volllaufen liessen. Das gab Kolping zu Denken. Er begann ein Theologiestudium und wurde später Vorsitzender eben dieses Gesellenvereins. Knapp 170 Mitglieder zählt die Kolpingfamilie in Muri aktuell. Weltweit sind es fast eine halbe Million. Die Religion spielt dabei keine Rolle. Es sind zwar viele Katholiken in der Kolpingfamilie, «aber wir sind offen für alle», erklärt Bühlmann. Keiner wird gefragt, welcher Religion er angehört, fügt er an. Oft muss Bühlmann auf die Frage antworten, ob die Kolpingfamilie denn eine Sekte sei. «Ja, das höre ich oft. Aber wir haben rein gar nichts mit einer Sekte zu tun.» Der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Goar in Muri findet am Sonntag um 10 Uhr statt. Teilnehmen darf jedermann, auch Nichtmitglieder.

Bildlegende: Der Bosch Konzern möchte bei der Scintilla in Zuchwil 330 von 625 Stellen abbauen. Keystone

Im Bundeshaus hatten sich zuvor Angestellte der Scintilla und Vertreter der Unia mit Solothurner SP-Parlamentariern getroffen. Mit dabei waren Ständerat Roberto Zanetti, sowie Philipp Hadorn und Bea Heim aus dem Nationalrat. Gemäss Unia sicherten diese den Angestellten ihre Unterstützung im Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze zu.

Der Bosch-Konzern hatte Mitte November angekündigt, man wolle in Zuchwil 330 von 625 Stellen streichen. Die Produktion von Elektrowerkzeugen zur Holz- und Oberflächenbearbeitung soll bis 2016 stufenweise nach Ungarn ausgelagert werden.