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Aargau Solothurn Selzach verlangt Verbot für Flugpistenverlängerung in Grenchen

Selzach ist nicht ganz zufrieden mit dem Entwurf zum neuen Richtplan des Kantons Solothurn. Die Gemeinde vermutet, dass ein Hintertürchen offen gelassen wird für eine Pistenanpassung beim Flughafen Grenchen. Nachdem die Regierung dies ablehnte, will Selzach nun ein Verbot. Der Kanton ist skeptisch.

Kleines Flugzeug landet am Flughafen Grenchen
Legende: Die Gemeinde Selzach verlangt im kantonalen Richtplan ein Verbot für eine Pistenverlängerung am Flughafen Grenchen. SRF

Lange ist diskutiert worden über eine Pistenverlängerung beim Flughafen Grenchen: Um die Geschäftsfliegerei attraktiver zu machen, wollten die Flughafenbetreiber eine längere Piste. Die Regierung lehnte dies im September ab. Der dafür nötige Eingriff in die Witi-Schutzzone sei zu gross, der wirtschaftliche Nutzen zu klein. Im Entwurf zum neuen Richtplan steht nun aber etwas, das die Pistengegner aufhorchen lässt.

Die Gemeinde Selzach kritisiert in der öffentlichen Auflage des Entwurfs folgende Passage: «Er [der Kanton] unterstützt die Bestrebungen, den Regionalflugplatz an die erhöhten internationalen Sicherheitsanforderungen für den Geschäftsverkehr anzupassen.» Laut Gemeindepräsidentin Silvia Spycher soll dieser Abschnitt raus.

Wir wollen, dass der Flughafen Grenchen so bleibt, wie er ist.
Autor: Silvia SpycherGemeindepräsidentin von Selzach

Spycher spricht gar von einem Verbot im Richtplan. Damit soll ein Schlusstrich gezogen werden unter das Thema. Denn: «Wir wollen nicht in zwei bis drei Jahren wieder über das gleiche diskutieren, über das wir eben erst geredet haben», erklärt Spycher auf Anfrage gebenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Kanton Solothurn beschwichtigt – und warnt

Beim Kanton bestätigt man diese Passage und beruhigt: «Dieser Textteil wird noch angepasst», sagt Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung des Kantons. Er ist dort als Projektleiter zuständig für die sogenannte Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans.

Diese Passage wurde geschrieben bevor der Kanton seinen Entscheid zur Flugpiste gefällt hat, fügt Glünkin an. Ob aber gleich ein Verbot für eine längere Flugpiste im Richtplan möglich ist, da ist der Projektleiter skeptisch. Ein ähnlichen Fall habe es bisher noch nicht gegeben.

Ich weiss nicht, ob es überhaupt möglich ist, im Richtplan ein Verbot zu postulieren.
Autor: Rolf GlünkinProjektleiter «Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans»

Das müsse man nun genauer überprüfen. Denn: Gerade die Verlängerung einer Flugpiste sei ein Verfahren auf Bundesebene, fügt Rolf Glünkin an.

Insgesamt hat der Kanton bis am Freitag zum Ende der Auflagefrist schon über 100 Stellungnahmen zum neuen Richtplan erhalten. Es werden aber noch mehr. Denn einige Gemeinden bräuchten mehr Zeit und haben eine Fristverlängerungen beantragt, erklärt Glünkin.

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