Senioren sollen Solothurner SP retten

Neben zwei Stammlisten für den oberen und unteren Teil des Kantons will die SP auch mit einer oder zwei Listen 60 plus antreten. Ein Konflikt mit der 68-jährigen Nationalrätin Bea Heim zeichnet sich ab.

Bea Heim

Bildlegende: Soll die 68-jährige Solothurner SP-Nationalrätin jüngeren Kräften Platz machen? Keystone

«Wir wollen breit mobilisieren», sagt SP-Präsidentin Franziska Roth gegenüber Radio SRF. «Deshalb treten wir mit zwei Stammlisten an , eine für den oberen und eine für den unteren Teil des Kantons, und wir machen eine oder zwei Listen 60 plus.» Roth gibt sich selbstbewusst und ist sicher, genügend «überzeugende Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten» für diese Listen zu finden.

Zählt man die Juso und die Junge SP der Stadt Olten dazu, könnten die Sozialdemokraten am Ende mit 6 Listen in den Nationalratswahlkampf 2015 steigen. Möglicherweise gar keine schlechte Strategie, wenn nur der interne Konflikt nicht wäre.

Wahltaktik oder Abschiebetaktik?

Der Kanton Solothurn hat 2015 nur noch sechs und nicht mehr wie bis jetzt sieben Sitze im Nationalrat. Der Verteilkampf wird hart werden. Offiziell argumentiert die SP, sie wolle mit der 60-plus-Liste die nötigen, zusätzlichen Stimmen holen, um ihre zwei Nationalratssitze zu halten.

Inoffiziell hört man aber auch immer wieder Stimmen, die sagen, mit der 60-plus-Liste solle die amtierende Nationalrätin Bea Heim aus dem Rennen genommen werden. Bea Heim ist seit 2003 im Nationalrat und gilt an sich als sicherer Wert für die Partei.

«  Ich komme auf die Stammliste. Oder ich komme gar nicht. »

Bea Heim
Nationalrätin SP Solothurn

Sie holt viele Stimmen auch über die Parteigrenze hinaus. Nächstes Jahr wird Bea Heim 69. Aus Sicht einiger Sozialdemokraten wäre es deshalb offenbar Zeit für Bea Heim, jüngeren Leuten Platz zu machen.

Parteipräsidentin Franziska Roth will nichts von einer solchen «Abschiebetaktik» wissen. «Wenn Bea Heim nominiert wird, werden wir mit ihr schauen, in welche Richtung es geht», sagt Roth und hält sich damit eine Hintertüre offen.

Bea Heim hingegen spricht Klartext: «Ich gehöre auf die Stammliste. Ich habe einen Leistungsausweis zu bieten und mache gute Resultate.» Für Bea Heim ist klar: Sie will weitermachen in Bern, die Partei ist auf sie angewiesen und sie tritt nur an, wenn sie auf die Stammliste gesetzt wird.

Klärungsbedarf also bei den Sozialdemokraten. Es bleibt noch Zeit: Der entscheidende Nominationsparteitag ist erst im März 2015.