Seniorenfahrt mit Schuss: Wirbel um 20 Franken in Wittnau

Jedes Jahr lädt die Gemeinde Wittnau ihre pensionierten Einwohnerinnen und Einwohner zur Seniorenfahrt ein. Bisher kostete das die Senioren nichts. Doch nun will die Gemeinde plötzlich 20 Franken. Dagegen formiert sich Widerstand.

Ein Stück Torte

Bildlegende: Die Wittnauer Senioren wollen die Torte am Seniorenausflug nicht selber bezahlen. Sie sammeln lieber Unterschriften. Keystone

Mal führte die Seniorenfahrt zum Hallwilersee, mal ins Entlebuch und mal ins sankt-gallische Wil. Und jedesmal gab es auf dem Gruppenfoto nur lachende Gesichter: rund 60 Seniorinnen und Senioren aus Wittnau genossen den Ausflug. Er war ihr Geschenk von der Gemeinde.

Für die nächste Seniorenfahrt im Mai siehts momentan aber nicht so friedlich aus: denn der Gemeinderat hat beschlossen, künftig 20 Franken pro Teilnehmer zu verlangen. Gegen das wehren sich nun 32 Bürgerinnen und Bürger mit einer Petition. Sie verlangen, dass der Gemeinderat auf seinen Beschluss zurückkommt.

Wegen 20 Franken: Senioren enttäuscht

«Die Sparmassnahme ist im Vergleich zum ganzen Budget minimal», heisst es in der Petition. Die Senioren seien gerne Gäste der Gemeinde gewesen. Schliesslich hätten sie auch jahrelang Steuern bezahlt.

Gemeindepräsident Werner Müller erklärt, warum der Gemeinderat die 20 Franken kassieren möchte: einerseits müsse die Gemeinde die Kosten der Seniorenfahrt nun alleine tragen, weil die Kirche nicht mehr mitzahle. Diese organisiere nun einen anderen Anlass.Und andererseits melden sich immer mehr Senioren an, was die Kosten auch in die Höhe treibt.

Bier und Wein schenken finanziell ein

Und dann ist da noch etwas anderes: seit ein paar Jahren zahlt die Gemeinde auch die alkoholischen Getränke, die es für die Senioren beim Essen gibt. Das hilft auch nicht gerade beim Sparen.

Trotz allem: Werner Müller hat Verständnis für das Anliegen der Senioren. Der Gemeinderat von Wittnau werde nochmal darüber sprechen, erklärt er gegenüber Radio SRF. Schliesslich sei es auch keine grosse Sache – die Gemeinde würde nur etwa 1000 Franken sparen.